Geburtsbericht der lieben Steffi @_pamima._

So, da ich mich bei der lieben Massa beschwert habe warum keine Geburtsberichte mehr kommen, bin ich ja nun fast schon dazu gezwungen die Reihe selbst fortzusetzen. Ich hoffe natürlich dass dadurch wieder paar Mamis nachziehen.

 

 

 

Am 19.11.2015 machte ich also so einen Schwangerschaftstest und da Geduld nicht meine Stärke ist, passierte das Ganze nachts um halb zwei. Es war natürlich der 1. Tag an dem meine Periode ausblieb, ist klar. Und ich konnte es nicht glauben, schon nach kurzer Zeit war dort eine ganz hauchzarte 2. Linie zu erkennen. Endlich, nach einem Jahr hatte es endlich geklappt. Natürlich konnte ich jetzt nicht mehr schlafen und weckte sofort meinen Mann auf um ihm die freudige Botschaft mitzuteilen. Auch er freute sich wahnsinnig und wir warteten ab Tag 1 sehnsüchtig darauf unser Wunder endlich in die Arme schließen zu dürfen.

 

 

 

Ende Juli 2016, ich 35 kg schwerer als noch in besagter magischer Nacht, voll mit Wasser, egal an welcher Körperstelle obwohl meine Elefantenfüße schon echt rekordverdächtig waren, hoffte nur noch auf das erlösende Ende. Klar, meine SS war spitze bis es draußen Sommer wurde. Naja, ET war der 29.07.2016 und da ist es nunmal Sommer.

 

Dann kam der Tag der Tage, der 29.07.2016 und es passierte....NIX. GAR NIX. Alles fest verschlossen, keine Wehe, kein Platzen der Fruchtblase, einfach NIX. Ok, welches Kind kommt schon am Termin. Richtig, eigentlich fast keins. Leider passierte bis zum 04.08.2016 gar nix außer alle 2 Tage zum Kontroll-CTG wo natürlich NIX zu sehen war.

 

Jede Mami weiß wie man da nervlich so drauf ist wenn der Termin mal überschritten ist. Und ich konnte auch einfach nicht mehr.

 

 

 

Am 04.08.2016 wurde ich von meiner Frauenärztin ins KH zur Einleitung eingewiesen mit der Aussage "Ist überhaupt nicht schlimm". Aha. Für mich das Letzte was ich mir für die Geburt vorgestellt habe.

 

So ging ich aus der Praxis und rief tränenüberströmt im KH an und machte den Termin für den nächsten Tag fest. Um 8 Uhr sollten wir da sein. Die ganze Nacht konnte ich nicht richtig schlafen und hatte eigentlich nur Panik vor der Einleitung. Als End-Schwangere hat man ja nichts besseres zu tun als Geburtsberichte en masse zu lesen und da hört man nun wirklich nix Gutes über Einleitungen.

 

 

 

Um 8 Uhr standen wir also vor dem Kreißsaal und klingelten, ich wieder tränenüberströmt und völligst am Ende. Heute kann ich übrigens darüber lachen.

 

Bald darauf öffnete uns eine sehr liebe Hebamme die Tür und ich durfte mich sofort in ein Kreißsaalbett legen. In dem Zimmer war auch zur selben Zeit ein frischgebackener Vater und die Hebamme zog mit ihm gerade seine kleine Maus an. Der Glückliche hatte schon alles überstanden, seine Frau war vermutlich noch im OP. Als die beiden verschwunden waren wurde mir als Erstes ein Zugang gelegt und erklärt dass wahrscheinlich dass das Schlimmste vom ganzen Tag war. Ach wirklich?

 

Dann wurde mir ein Gel vor den Muttermund, der übrigens immer noch fest verschlossen war,  gelegt und ich musste 1 Stunde liegend am CTG verbringen.

 

Danach spazieren, spazieren, spazieren. Ich, als Spezialistin für Einleitungen durch studieren diverser Geburtsberichte, wartete auf meine Horrorwehenstürme inkl. Verlust aller meiner Sinne. Doch es passiere NIX.

 

Eine Leidensgenossin, ebenfalls zur Einleitung, hatte in der Zwischenzeit schon ihr Kind unter animalischen Geschrei entbunden. Das machte die ganze Situation nicht einfacher.

 

Gegen, 17 Uhr hatte ich leichte Wehen aber das reichte der Hebamme nicht aus und so durfte ich wieder nach Hause mit den Worten dass es normalerweise innerhalb von 24h losgehen sollte. Yeah, das hat alles so Spaß gemacht und Geduld ist sowieso meine Stärke. Mein Geduldsfaden existierte schon gar nicht mehr. Und was macht man nach einer erfolglosen Einleitung? Richtig, Pizza essen bei einer Freundin.

 

Dort hatte ich allerdings schon ordentliche Wehen, endlich, und konnte mich schon gar nicht mehr richtig auf die Gespräche konzentrieren.

 

Zuhause ging ich dann früh ins Bett und dachte mir dass wenn ich jetzt einschlafe es keine richtigen Wehen sind. Natürlich schlief ich ein und wachte erst am nächsten Morgen auf, ohne Schmerzen und somit ohne Wehen. Na super.

 

Gegen Mittag waren wir wieder im KH zum CTG. Selbstverständlich keine Wehen, dafür war mein Muttermund FINGERDURCHLÄSSIG. Oh mein Gott, am liebsten hätte ich die Hebamme umarmt, so ein Erfolg war das für mich. Lächerlich, andere Schwangere laufen so die halbe SS rum aber für mich war es in dem Moment ein Wahnsinns Ergebnis.

 

Leider passierte bis Montag wieder nix so dass wir zur erneuten Einleitung wieder um 8 Uhr vor dem Kreißsaal standen und klingelten.

 

Die Hebamme und wir staunten nicht schlecht dass ich mittlerweile 5-6 cm offen war obwohl ich keine Wehen hatte. "So gehen sie heute nicht mehr heim, heute kommt das Kind. Mit dem Gel wird es jetzt schnell gehen bei dem Befund. Spätestens heute Nachmittag." Juhuu, dadurch war ich hochmotiviert und hatte keine Angst mehr vor der Einleitung. Also Zack, Gel vor den Muttermund gelegt und los geht's. Ja los geht's, nicht. Paar Mini Wehen hatte ich bis Mittag aber nix was dazu beitragen würde dass das Kind gleich kommen würde. Da musste dann der Wehentropf zum Einsatz kommen, der bescherte mir zwar bisschen heftigere Wehen aber sobald ich den nicht mehr dran hatte war keine Wehe mehr zu sehen. Toll, ich zweifelte langsam an meinem Körper und dachte dass ich einfach zu blöd bin ein Kind zu bekommen.

 

Trotzdem war ich schon bei 8cm angelangt, fragt mich nicht wie das geht mit so Miniwehen und Hochachtung an alle Mütter die das Ganze unter schlimmsten Schmerzen ertragen müssen.

 

Die Hebamme wollte jetzt die Fruchtblase öffnen mit diesem Handschuh, mit der Nadel am Zeigefinger vorne. Leider hatte ich solche Schmerzen dabei, übrigens auch bei jeder Untersuchung des Muttermundes, dass die Hebamme eine PDA vorschlug dass sie danach die Fruchtblase öffnen konnte.

 

Ok, mach nur, dachte ich mir. Langsam war mir alles egal. Ich wollte endlich mein Baby haben.

 

Der Anästhesist kam und setzte die PDA, war nicht so schlimm und kurz darauf spürte ich auch nix mehr in meinen Beinen und im Unterkörper. Kurz konnte ich es echt genießen und die Hebamme öffnete in Ruhe die Fruchtblase. Kurz darauf begann ich unkontrolliert zu zittern und beruhigte mich Ewigkeiten nicht mehr. Da bekam auch mein Mann, der übrigens die ganze Zeit an meiner Seite war,  leicht Panik und man merkte ihm an dass auch seine Nerven langsam am Ende waren.

 

Die Hebamme deckte mich mit warmen Decken zu und meinte nur dass das die ganze Anspannung ist die gerade abfällt bei mir. Ok, also kein Grund zur Panik.

 

Nebenan bekam schon wieder eine ihr Baby, übrigens die 8. die ich "hörte". Jeder weiß wie krass sich das anhört und für mich war es mit das Schlimmste.

 

Es war ungefähr schon 18 Uhr als wir immer noch auf die Presswehen warteten. Plötzlich meinte die Hebamme: "Ich war die ganze Zeit ehrlich zu euch und leider wird sich die nächsten 2 Stunden nichts mehr tun. Die Kleine kommt mit ihrem Kopf nicht durch das Becken da sie schräg mit ihrem Kopf liegt." Ich dachte nur, was soll das jetzt sein? Meint die das ernst? Seit Freitag machen wir hier rum und dann so? Ich hatte so langsam wirklich, wirklich keine Lust mehr. Ok, dann kam noch der Arzt und fummelte auch nochmal unten rum und teilte uns mit dass er der gleichen Meinung wäre. Der Frauenarzt sagte mir dann wir können jetzt noch 2 Stunden warten weil eh nichts mehr passieren wird und es eh zu einem Geburtsstillsand kommt oder wir machen gleich einen Kaiserschnitt. Für mich ging einfach nur noch die Welt unter, das war nach der Einleitung das Allerletzte meiner Wünsche für die Geburt, ein Kaiserschnitt. Aber ich war einfach am Ende meiner Nerven, meiner Geduld und meiner Kräfte. Und so sagte ich dass wir jetzt sofort einen Kaiserschnitt machen.

 

Gesagt, getan. An dem Kaiserschnitt habe ich nix auszusetzen, während der Geburt habe ich nichts gespürt außer etwas Geruckel, nur danach sind die Schmerzen nicht ohne. Aber das hält man für sein Baby aus und nach paar Tagen ist es in Ordnung.

 

Nach langem Weg kam unsere Maus am 08.08.16 um 19.27 Uhr mit 3500g und 53cm auf die Welt.

 

 

 

So, und jetzt ihr 

 

Steffi

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mira (Mittwoch, 06 Dezember 2017 18:35)

    Auch wenn es in deiner Vorstellung nicht deine Traumgeburt war, scheint es dennoch alles "schön" gewesen zu sein und du scheinst deinen Frieden auch mit einem Kaiserschnitt geschlossen zu haben. Liest sich sehr schön dein Bericht. Danke