Das Ding mit der Liebe

Das Ding mit der Liebe.

Der Nebel ist so dicht, dass deine Silhouette mit meinem gefrorenem Atem verschmilzt. Im Neuschnee knirscht jeder Schritt magisch, für meine Stadtkindohren. Die Tannenzweige hängen tief am Boden und es duftet nach kristallklarer Luft. Ein ganz eigener Zauber kitzelt auf der Hautoberfläche. 

Meine Hand in Deiner, legt sich meine Seele um dein Herz. Wenn es jemals etwas wie perfekt gab, dann nie mehr als heute.


Es klickt. 

Die Kette zieht sich zu und das wars. So bleibt es nun für immer, sagst du und schaust auf den See. Die Romantik darin erschließt sich mir nicht. Durch die Kälte des Stahls verbunden, aneinandergereiht und namenlos, Massenhaltung Hoffung. 

Klingt das für mich nicht nach Liebe. Bedingungslos und frei sollte sie sein. Dies aber reimt sich auf Zwang und Mutlosigkeit. Ein "für immer" sollte nicht ängstigen, gar erdrücken. Ein Versprechen aus freien Stücken, mich erfüllen, bestärken, abholen, antreiben. Dieses "für immer" graviert in 200g Stahl, abgeschlossen.

Als sinnloser Versuch dem Schicksal die Stirn zu bieten. Fast schon lächerlicher Aberglaube. 

Das Ding mit der Liebe. 

So viel, dass ich nicht verstehe.

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Kommentare: 1
  • #1

    Chrissy Buntschatten (Dienstag, 02 Januar 2018 07:29)

    Große Wortliebe mit deinen Zeilen! Mal wieder Danke fürs Teilen, liebe Irina