Geburtsbericht der lieben Pia @pia.1605

2.April 2015. Ich halte drei Schwangerschaftstests in der Hand. Muss mich setzen. Alle drei positiv. Ich war doch erst ein halbes Jahr mit dem Kindsvater zusammen? Wie konnte das passieren, ich verhütete doch?
Nach Tagen des Reden, Weinen und Mut fassen hatte ich einen Frauenarzttermin. ET 02.12.2015.
Ich hatte eine problemlose Schwangerschaft. Am Anfang etwas zu kämpfen mit Übelkeit beim Zähne putzen, habe mein Examen zur Altenpflegerin gemacht und mich durch das Leben gekämpft und mich mit den Problemen drum herum beschäftigt.
Nie kam mir in den Sinn mich mit der Geburt auseinander zu setzen. Nur eins wusste ich ganz sicher: ich möchte keine PDA!
Einen Geburtsvorbereitungskurs besuchten wir nicht, den Kreißsaal schauten wir uns ein paar Tage vor ET an.
Der ET rückte näher, der ET kam und der ET ging.

Frohen Mutes gingen wir am 03.12. abends auf den Weihnachtsmarkt, liefen noch einige Meter Berg hoch und Berg runter, vorher putze ich die Wohnung blitzblank und auf dem Markt trank ich eine heisse Schokolade mit Sahne nach der anderen.
Freunde witzelten noch rum, stupsten gegen den Bauch und baten die kleine Bauchbewohnerin nun doch endlich rauszukommen.
Gegen 22.00 Uhr machten wir uns auf den Heimweg und lagen schlussendlich gegen 23.30 Uhr im Bett.
Ich konnte nicht schlafen und bekam ein seltsames Gefühl. Ab 24.00 Uhr guckte ich immer wieder auf die Uhr, alle 3 Minuten verhärtete sich mein Bauch. Ich las im Internet: ,,Wenn die Schmerzen bei Bewegung bleiben oder stärker werden sind es 'echte' Wehen.'' Ich ging in der Wohnung spazieren, ging zur Toilette, legte mich wieder ins Bett.
Der Herzmann, dem ich erlaubt hatte einige Glühwein zu trinken, lag tief schlafend neben mir.
Nur die Katze, welche sonst immer an meinen Füßen lag, merkte das was nicht stimmte. Sie lief von Kopf zum Bauch und wieder zurück, miaute und beschwerte sich nicht ruhig liegen zu können.
Schließlich lief die Katze zu meinem jetzigen Mann, stupste ihn mit der Tatze an und fing an zu miauen. Er wurde wach, fragte was los sei und als ich sagte, die Wehen kommen alle 2 Minuten, war er hellwach. Aber wie man mich so kennt musste ich erstmal noch diskutieren - ,,Nein, es ist noch zu früh.'', ,,Nein es ist ein Fehlalarm.''
Letzten Endes lag ich um 03.30 Uhr am CTG im Kreißsaal. Die Hebamme warnte ich auch noch vor das es nur ein Fehlalarm sei und ich gleich gerne wieder nach Hause möchte, doch kaum hatte ich es ausgesprochen, schüttelte sie den Kopf und sagte nur:,, Muttermund ist 7 cm auf, sie gehen heute nicht mehr nach Hause.''
Nach ziemlichen Schmerzen kam der Anästhesist und fragte ob er die PDA legen sollte, welches ich vehement ablehnte und unheimlich stolz drauf bin!
Mir wurde im Laufe der Schwangerschaft so einiges erzählt was während einer Geburt überall raus kommen kann - doch von der Ausscheidung erzählte mir niemand: Es kam wie es kommen musste, mir wurde schlecht und keine 10 Sekunden später kam der heissgeliebte Kakao im hohen Bogen wieder aus mir raus.
Da eine Hebamme zur gleichen Zeit 3 Geburten betreuen musste, blieb ihr keine Zeit um bei uns sauber zu machen und so musste mein Herzmann dran glauben - sorry noch mal.
Nach mehreren Presswehen kurze Zeit später kam schließlich erst der Kopf - viele dunkle Haare kamen zum Vorschein - und einige Minuten später kam erst die nächste Wehe und unsere Tochter Sophia ist am
04.12.2015 um 06.06 Uhr mit 3320g und 52cm auf die Welt gekommen.
Es ist nichts gerissen, es musste nicht geschnitten werden, nur ein kleiner Teil der Plazenta hing fest und musste ein paar Tage später operativ entfernt werden!
Es war eine wunderschöne erste Geburt und ich bin so dankbar meinen Mann immer an meiner Seite zu haben!

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Kommentare: 1
  • #1

    Ute (Freitag, 29 September 2017 11:25)

    Wow!! Ein toller Bericht! Schön von so einer "reibungslosen" Geburt zu lesen. Und das mit dem Spucken...�