Geburtsbericht der lieben Ela @gretelchens

“Ich bin schwaaaaaaangeeeeer” schrie ich ins Telefon.

“Wie du bist schwanger?” fragte meine Freundin leicht verwirrt…. “du hast mir vor zwei Tagen gesagt, dass du deine Periode bekommen hast???”

“ Jaa, neeee! Lag wahrscheinlich an den rosa Blümchen auf dem Klopapier, kann ja mal für Verwirrung sorgen!”

Allgemeines kreischen ! Wir legten auf.

 

So oder zumindest so ähnlich lief es vor 6 Jahren im Hause Strauß nach dem positiven Schwangerschaftstest ab. 

Ab dem Zeitpunkt hatte ich eine Traumschwangerschaft. NICHT!

Mit der kleinen Madame war zwar immer alles in Ordnung aber ich hatte einfach volle 9 Monate so sehr mit Übelkeit zu tun, dass ich morgens, mittags, abends und nachts gekübelt habe. Glaubt mir, ich kenne alle Ecken in unserem Ort und jede öffentliche Toilette. Nach mehrfachen Krankenhausaufenthalten dadurch - ich wollte endlich mal wieder Essen drin behalten - war ich wirklich froh als der geplante Kaiserschnitttermin anstand… 

Ja, ein geplanter Kaiserschnitt… Da ich Epilepsie habe war eine natürliche Geburt zu gefährlich. Ich reagiere, wenn ich heftig atme im EEG darauf. Und naja bei einer spontanen Geburt, behaupte ich mal, ohne sie erlebt zu haben, atmet man doch etwas stärker als normal. 

Ich war wirklich sehr traurig darüber aber das Risiko war einfach zu hoch. Rieten uns doch die Ärzte schon generell von einer Schwangerschaft ab, wegen einem erhöhten Risiko einer Spina bifida (offener Rücken) durch meine Medikamente… 

 

Der Kaiserschnitt war für den 10.06.2011 um 8.00 Uhr geplant. Ein Freitag. Ich kam donnerstags ins Krankenhaus um sämtliche Papiere zu unterschreiben. Die Ärzte versuchten mich über die Risiken aufzuklären, allerdings wollte ich das alles nicht hören und unterschrieb blind. Ich hatte ja eh keine Wahl. 

Unserer Familie sagten wir nicht wann der Termin ist, denn ich wollte Ruhe am Tag vorher und keine 100 “Alles Gute” SMS.

Mein Mann verabschiedete sich abends und ich guckte das Finale von Germanys next Topmodel. Und schlief.NICHT.

Am nächsten morgen bekam ich pünktlich die neckischen Op Klamotten hingelegt und man guckte mir nochmal nett in den Schritt ob ich auch sauber rasiert war… WAR ICH.

Und los ging es, meinen Mann im Schlepptau, ab in den OP. 

“Haben sie ihre Kamera dabei?” 

“Nein! Nicht hier.” 

“Na dann schnell holen, sie wollen doch ein Foto von ihrem Baby!”

Er rannte! Und war pünktlich zurück.

Ich bekam meine Spritze und huiii krasse scheiße geht das schnell, ich spürte Bauch abwärts nichts mehr. 

Man fesselte mich an die Liege, Vorhang zu und los geht's.

Ich merkte ein ruckeln hier und ein zerren dort und zack schrie sie! 

Sie war da! Unser kleines Wunder! Um 8:25 Uhr. 

“Es gibt Kinder die einem direkt  sympathisch sind” sagte der Arzt. “Klar! Bei DER Mutter!!” sagte ich.

Der Arzt brachte sie zu mir an den Kopf und ich wurde abgeschnallt so das ich sie streicheln konnte und zack waren mein Mann und sie wieder weg zum wiegen und messen und ich auch, denn mir stieg die Narkose nach oben, ich bekam keine Luft und wurde abgeschossen damit ich es nicht merkte. Ich wurde im Aufwachraum wach. Mein Mann rannte zwischen Babyzimmer und Aufwachraum hin und her. Ich durfte erst wieder auf Station sobald ich meine Beine spürte… Das war um 12:30...

Mir fehlen die ersten 4 Stunden meines Babys. Was mich immer noch sehr traurig macht. Aber Hey, der Papa war da und sie ist ein gesundes glückliches Kind, das wir laut Ärzten hätten lieber nicht bekommen sollen...

Wir haben uns allerdings gegen ein weiteres entschieden, denn das Glück soll man ja nicht herausfordern...

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Vicky (Freitag, 22 September 2017 11:31)

    Was mir auffällt.. Jede Mama rechtfertigt sich für geplante Kaiserschnitte. Das ist irgendwie schade.
    (Meinung trotz Spontangeburt).

  • #2

    Britta (Freitag, 22 September 2017 19:22)

    Sehr interessant und unterhaltsam geschrieben, dein Geburtstbericht! Ich habe die Tage auch einen Geburtsbericht veröffentlicht von der Blitzgeburt meiner Tochter. Schau doch mal vorbei unter https://www.fulltime-mami.de/2017/09/die-blitz-geburt-ein-rasantes-Erlebnis.html

  • #3

    Uta (Freitag, 22 September 2017 21:45)

    Ich konnte mein Kind erst nach 1,5 Wochen das erste mal auf den Arm nehmen . Vier Stunden das wäre toll gewesen .