Attachment Parenting

Attachment parenting. (Im Verlauf "AP")

Irgendwie in aller Munde. Gerade habe ich einen sehr kontrovers diskutierten Beitrag in Die Zeit darüber gelesen. Ich hab oft überlegt auch mal meine Meinung zu diesem Thema abzugeben. Schließlich habe ich auch zwei Zwockel. Wie habe ich das gemacht? Wie erzieht eigentlich die Massa? Ich glaube nicht, dass es hierfür einen Fachbegriff gibt. Nennen wir es also 'Bunter Mix', von allem das für uns Beste. Oder: 'Nach Bauchgefühl'. Aber was heißt das genau? Natürlich schwingt da einiges mit, was ich selbst als Kind erlebt habe. Also das verteufelte "zählen" zum Beispiel.

"Die Mama zählt bis drei!!"

"Wenn...dann"-...auch so ein leidiges Thema. Aber ja, auch das gibt's bei uns. Wir haben Regeln und logische Konsequenzen bei Nichtbefolgen. Wer aus der Reihe tanzt, wird bestraft. Ich weiß, das schockt jetzt maximal. Aber die Massa ist keine Richtlinie, oder Vorbild. Die Massa ist ne pupsnormale Muddi, so wie ihr auch. Und vieles würde ich auch gerne, wie "ihr" sagt, besser machen. Fakt ist aber, wenn hier jemand seinen vollen Essensteller an die Wand schmeisst, muss er direkt den Tisch verlassen. Sitzt dann bei offener Tür auf dem Hocker im Gästebad und darf nachdenken. Grausam? Bestimmt. Der Kleine wollte sich wahrscheinlich nur ausprobieren. Oder seine Grenzen testen. Oder war sauer, weil etwas auf seinem Teller nicht so wollte, wir er. Aber ich dulde das nicht. Genausowenig wie schlagen. Haut sie ihrem kleinen Bruder die Schippe auf den Kopf, geht's auf den Hocker.Punkt.

30sek später kommt die Frage: "Bist du wieder lieb? Dann darfst Du wiederkommen." Ich gehe mit meinen Kindern nicht so um, wie mit meinem Partner. Stimmt. Sie sind nicht meine Freunde. Sie sind meine Kids.

Trotzdem handle ich bedürfnisorientiert. Trotzdem entwickle ich mich weiter. Wurde Kind 1 nach der Uhr gestillt und mit 7.5 abgestillt, ließ ich Kind2 immer ran, bis er mit 13M nicht mehr wollte. Ich habe beide Kids getragen, aber ich hatte auch einen Kinderwagen. Ich würde nie auf die Idee kommen, mich dafür zu schämen. Es ist einfach nicht möglich ein Neugeborens und ein 14Monate altes Baby ohne ihn auf Dauer zu transportieren. Und da sind wir schon beim Thema. Schämen.

Was mich an manchen AP Verfechtern massiv stört, ist dass sie den anders lebenden Müttern ein Dauerschlechtesgewissen einreden. Selbst die eigenen Jünger schämen sich am Ende des Tages, wenn sie etwas "falsch" gemacht haben. Wenn sie sich nicht genug geopfert haben. 

Versteht mich nicht falsch, bitte. Jeder darf seine Kinder so großziehen wie er will. Ich plädiere nur für Selbsterhaltung. Geht ruhig an Eure Grenzen, dem Kindeswohl zu Liebe. Aber steht auch dazu, wenn tuk ist. Hört auf euch zu verlieren in der Mutterrolle. Hört auf euch zu vergleichen. Hört auf dem Instagram Hype zu folgen und abends frustriert im Chaos zu ersticken. 

Ihr kennt eure Mäuse am Besten. Ihr wisst, was sie brauchen.  Gebt es ihnen, im Rahmen eurer ureigenen Kapazitäten und Ressourcen. Aber kopiert keinen Lebensstil oder Erziehungsstil, nur weil das gerade In ist.

Ich finde das Konzept von AP grundsätzlich toll und habe mir unwahrscheinlich viele Dinge daraus abgeguckt. Aber auch der Erziehungsstil der Vorkriegszeit hat ein paar Grundsätze, die ich übernommen habe und lebe, weil das so, gut zu uns passt. 

Fazit:

Ich habe glückliche, zufriedene, ausgeglichene Kinder. Die ich erst dann in eine Fremdbetreuung geschickt habe, als ich selbst an meine Grenzen stieß. Als Mutter und vor allem als Frau. Ich habe mich dabei nicht an anderen orientiert, sondern nur so gehandelt, dass es für mich, in meiner Blase, in Ordnung ist. Ich würde mir niemals anmaßen eine andere Mutter oder ihren Erziehungsstil zu kritisieren. Denn am Ende des Tages, offline, hat sie ihre Plagen am Hals, nicht ich. Wir haben hier auch schwere Phasen und schlechte Nächte. Aber das schiebe ich keinem Erziehungsstil in die Schuhe. Das gehört einfach dazu, wenn man mit Kindern zusammenlebt. Wenn bei uns etwas nicht rund läuft, dann setze ich auf Selbstreflektion und versuche, zum Wohl von uns allen Vieren, die Situation zu ändern. 

Manchmal habe ich das Gefühl ich sitze auf meinem Gartenstuhl und schaue euch (online) dabei zu, wie ihr euch gegenseitig kritisiert, abmahnt und zerfleischt. Während meine eigenen Kinder unten im Garten spielen. Mit sich, ohne dass ich ständig präsent sein muss. Niemals bin ich die bessere Mutter. Niemals sind meine Kinder glücklicher als andere. Wir vier sind einfach zufrieden mit dem was wir haben. Wir vergleichen uns nicht mit den Nachbarskindern. Wir versuchen nicht unseren Erziehungsstil, als das Nonplusultra, anderen aufzudrücken.

Ich gebe mir im Rahmen meiner Möglichkeiten die beste Mühe meine Kinder zu anständigen, liebevollen, Geschöpfen zu erziehen. Und wenn ich den Erziehern, Bekannten und der kritischen Schwiegermutter, Glauben schenken darf, ist mir das bisher gut gelungen.

"Warum schreibt die Massa jetzt diesen wirren Text?" Weil ich ihn schon so oft geschrieben habe, vom Fazit her. Mit anderen Themen, aber immer der gleichen Botschaft. 

Hört auf euren Bauch. Nicht auf jeden Ratgeber, egal ob er in Buchform propagiert oder auf dem Spielplatz neben euch sitzt. Und wenn ihr euer Ding gefunden habt und davon komplett überzeugt seid, dann dürft ihr gerne davon erzählen. Aber nehmt Abstand davon andere Mütter zu diffamieren. Bitte hört endlich auf euer Umfeld zu verunsichern, unter dem Deckmantel das Weltverbesserers.

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Kommentare: 32
  • #1

    Perfektunperfektemuddi (Montag, 04 September 2017 11:48)

    Amen! Genau mein Denken. Ich habe mich schon oft dabei ertappt dass ich ein schlechtes Gewissen für Dinge hatte, die ich eigentlich als normal empfunden habe in der Kindererziehung. Wegen jedem furz wird man schräg angeschaut. Mittlerweile lässt mich das meiste wirklich kalt, wenn ich etwas für richtig halte dann mache ich das auch. Und wie du, habe ich einen (Bis auf wenige Ausnahmen die auch absolut sein müssen und dürfen) absolut ausgeglichenen kleinen sonnenschein, der auch mit sich selber spielt. Ich habe ihn von Anfang an in einen Laufstall gesetzt wenn ich z.b. kurz aufs Klo musste. Wir haben zwei Hunde und so konnte ich ihn nicht einfach alleine in einem Raum lassen und auch wenn AP Mütter das als Freiheitsentziehung verschreien, war das die beste Anschaffung überhaupt für uns. Er sitzt gerne drin und spielt und ich kann in Ruhe Sachen machen und er sitzt ja auch nicht den ganzen Tag da drin.

  • #2

    Sarah_b_e_j (Montag, 04 September 2017 11:54)

    Amen Massa!! Das denke ich hier so oft . Hoffentlich wird der Text gelesen und verstanden. Ich finde mein Bauch war bisher übrigens der beste Ratgeber! Liebe Grüße

  • #3

    Melanie (Montag, 04 September 2017 11:56)

    Du hast so recht. Jeder sollte seine Kinder so erziehen wie er oder sie es für am besten hält. Man selbst kennt seine eigenen Kinder nun einmal wie sonst keiner. Und alle anderen sollten das akzeptieren. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Mir gefällt bunt am besten. � Ein Mix aus allem und wenn man dann seine lachenden Kinder durch den Garten laufend sieht, weiß man, dass man immerhin ein bisschen richtig gemacht hat. Ich hab es mir abgewöhnt das zu machen wie andere es am liebsten hätten. Man lebt für sich und seine Kinder, nicht für die Außenstehenden. Die haben so oder so immer irgendetwas zu Nörgeln.
    Bleib wie du bist.

  • #4

    Melanie (Montag, 04 September 2017 12:38)

    Wir machen hier auch ganz klar alles nach Bauchgefühl. Ich ziehe mir aus den Ansätzen wie AP, dass was ich brauche und für richtig halte. Was aber der für mich wichtigste Punkt ist: die ganze Sache einfach mal entspannt angehen. Kinder sind so intuitiv.. da muss man doch gar nicht viel machen. Sie essen, wenn sie hungrig sind. Die schlafen, wenn sie müde sind. Sie beschäftigen sich mit etwas, wenn es sie interessiert. Ich gebe meine Tochter jetzt mit 1.5 Jahren in die Kita. Nicht nur weil ich muss. Es ist genau der richtige Zeitpunkt. Sie ist so neugierig, will spielen lernen, sprechen lernen. So viel auf einmal kann ich ihr gar nicht bieten. Und von anderen Kindern lernen sie doch am schnellsten! Ich konnte sie heute schon nach einer Woche für eine Stunde alleine dort lassen, weil sie mir vertraut. Und wenn es doch noch mal Rückschritte gibt, dann ist das halt so. Dann dauert es halt länger. Dafür finden wir dann auch eine Lösung. Viele machen immer so ein Riesending aus diesem "wie erziehen" dass man das Gefühl hat, es geht irgendwann gar nicht mehr ums Kind, sondern ums Prinzip. Ich bin da eher für kreative Lösungen für die Probleme, die wir Mamas alle bestimmt haben. Davon sollte es mehr Ratgeber geben...

  • #5

    Franzi (Montag, 04 September 2017 12:39)

    Toller Text. Mir komplett aus der Seele geschrieben!

  • #6

    Karolinajoa (Montag, 04 September 2017 12:48)

    Danke für diesen Text!!!!!

  • #7

    Nikamue (Montag, 04 September 2017 12:56)

    Danke!
    Du bringst es mal wieder auf den Punkt! Ich habe leider in Sachen Erziehung viel zu viel gegoogelt. Mit dem Ergebnis, dass ich soweit alles in Frage gestellt habe was die Erziehung von Mini-Mü anging und in jeder Reaktion ihrerseits einen Fehler meinerseits gesehen habe. Mein Mann musste mich dann erstmal wieder auf den Boden zurückholen und mir klar machen, dass ich nur "richtig" erziehen kann, wenn ich es nach meinem Ding mache. So läuft das auch nun ganz gut, auch wenn er mich noch ab und zu dran erinnern muss.

  • #8

    Veclama (Montag, 04 September 2017 13:11)

    "Hört auf die Massa...hört was sie sagt....denn sie sagt sachn, da hat die InstaWelt nach gefragt...";-) Ein guter Text! Eine gute Einstellung. Genauso ist es bei uns auch, alles pupsnormal. Aber auch ich hab mir bei der ein oder anderen APMami was abgeschaut. Ein bisschen lockerer sein, ein bisschen zuhören. Und dennoch gibt es es auch klare Grenzen die meinen Überschreiten. In der übelsten Trotzphase "jaaa die gibt es wirklich! , das hätte ich von meiner so netten Tochter auch nicht gedacht"- hilft nicht reden. Da hilft auch eine Auszeit. Und trotzdem werden wir geliebt und lieben uns alle 4 hier abgöttisch.
    Danke Massa

  • #9

    Klaudia (Montag, 04 September 2017 13:21)

    Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, da es einfach ein perfekter Text ist! Sehr schön gesagt!!!

  • #10

    Heike (Montag, 04 September 2017 13:25)

    ENDLICH!!!! Spricht mir jemand aus der Seele. So und nicht anders! Wir erziehen so, wie wir es für richtig halten. Was ja nicht heisst, dass wir nicht ständig hinterfragen, ob es sich so richtig anfühlt und uns den ein oder anderen Tip woanders abschauen. Aber ohne sich zu geißeln und entgegen seiner Empfindung zu handeln.
    Danke fürs ansprechen!

  • #11

    Sery (Montag, 04 September 2017 13:28)

    Wow wow wow! Ich habe selbst noch keine Kinder aber viel mit Kindern zu tun. Danke das du andere nicht massregelst oder anmasst. Grandioser Text, grandiose Einstellung, danke!

  • #12

    Hanna F. (Montag, 04 September 2017 13:44)

    Genauso. Ich habe zwar anfangs beim ersten Kind ein oder zwei Ratgeber gelesen, und noch haben wir eine Eltern-Zeitschrift abonniert (ist gekündigt), aber wir erziehen auch so, wie es uns in den Kram passt. Damit fahren wir gut, es läuft nicht perfekt, aber viel entspannter, als wenn ich ständig aufpassen müsste, dass ich einem "Erziehungsstil" gerecht werde.

  • #13

    Juli (Montag, 04 September 2017 14:03)

    Ein sehr gelungener Text! Ich sehe das ganz genau so. Mache bestimmt einiges anders, als du es jetzt erläutert hast, aber von der Grundessenz ähnlich ;) Diese Gefahr des schlechten Gewissens scheint ein negativer Aspekt von Instagram zu sein... überall aufgeräumte Wohnungen, bilderbuchreifes Essen, perfektes Verhalten gegenüber der Kinder. Wie du sagst. Man muss auf seinen eigenen Bauch vertrauen. Und wenn Kinder und Mama und Papa glücklich sind, wird man wohl alles gut machen. Heute Vormittag erst hatte ich den gleichen Gedanken wie er hier ähnlich dargestellt ist. Ich war mit meiner Tochter Schuhe kaufen. Wir waren beide gut drauf und ich sage zu ihr "Warte mal, du musst jetzt kurz den Schuh noch probieren." Kommt eine Stimme von hinten "Du DARFST. DARFST sagt man da, nicht MUSST." Alles klar! Vielen Dank liebe wildfremde Mama aus dem Off... Soviel zu leben und leben lassen...
    Danke für den Artikel!

  • #14

    Annika (Montag, 04 September 2017 14:12)

    Ich hab dich immer für ne total tolle, liebevolle Mutter gehalten. Aber jetzt wo ich weiß, dass eure Kinder bestraft werden...
    ...bin ich sowas von froh, dass auch so ne coole Socke von muddi sowas macht! ��
    Bei uns läufts ganz genau so. Und ja, manchmal habe ich ein bisschen schlechtes gewissen dabei. Weil man ständig suggeriert bekommt, andere hätten einen immer entspannten Familien Alltag, ganz ohne schimpfen, bestrafen, "zählen", ....
    Und ich bin sowas von froh, dass endlich mal jemand sagt, wie es wirklich läuft!
    Danke, Danke, Danke - du sprichst mir aus der Seele!

  • #15

    m.elonie (Montag, 04 September 2017 14:42)

    Geiler Beitrag wieder mal! Wie immer! ❤️

  • #16

    mimiplus2lausebengel (Montag, 04 September 2017 15:13)

    Da bin ich ganz bei dir, Auch ich erziehe sehr nach Bauchgefühl, habe aber auch einige Erziehungsmethoden meiner eigenen Mum übernommen, die ich für meine Kinder und mich richtig finde. Solange keiner seine/ ihre Kinder körperlich oder seelisch misshandelt soll jeder so Erziehen wie er/sie es für richtig hält. Ich finde es sehr traurig, dass viele Mütter oft über andere Mütter herziehen müssen, denn wir sitzen doch alle im selben Boot oder?!

  • #17

    fiesta (Montag, 04 September 2017 16:07)

    Ich bin ganz froh, dass meine mit 10 und 13 aus dem Gröbsten was das Erziehen angeht raus sind und ich mich somit nicht mit dem Instadruck abgeben muss, fand schon den Krabbelgruppen-Vergleichsdruck schlimm, das wär gegen den Insta-Heilewelt-Hype ja noch human...

  • #18

    Nina (Montag, 04 September 2017 16:56)

    WORD! Danke dafür - so isses! ��

  • #19

    Anne (Montag, 04 September 2017 17:21)

    Danke

  • #20

    Natascha (Montag, 04 September 2017 20:34)

    Danke für deine Zeilen! Man man man auf Insta geht momentan NUR um AP hier, AP da � Es nervt! Und am meisten von den Müttern die uns das am liebsten unter die Haut ritzen wollen (*piepmadame* hust �)
    Du gehst deinen Weg. Und ich geh meinen. Alles Liebe

  • #21

    Alexandra (Montag, 04 September 2017 21:26)

    Hallo
    Also ich habe 2 Kinder. Die große 13 Jahre und der kleine wird diesen Monat 5 Jahre alt. Als ich meine große bekam wollte ich alles richtig machen , genauso die perfekte Mama sein wie die anderen. In was hat es geendet ?! In einer Wochenbett-Depression aus der ich mich nach knapp 4 Jahren selbst heraustherapiert habe. Mein Sohn war von Anfang an nicht wie andere Kinder. Er war/ist ein high Need Kind hat 16 std. Am Tag geschrieen und 2 std. Am Tag geschlafen. Er hat den plötzlichen Kindstod überlebt. Er ist so voller Emotionen schon von klein auf an. Er ist oft überfordert mit sich selbst. So , da stet man nun. Was macht man jetzt als Mutter ??! Irgendwelchen schlauen Menschen folgen ( die oft selbst keine oder voll austherapierte Kinder haben) oder höre ich auf mein Kind und auf mein Gefühl. Meinen mütterlichen Instinkt. Ich habe mich bewusst gegen sämtliche Erziehungsmethoden entschieden. Ich wählte mich und meine Meinung und mein Empfinden für richtig und falsch. Es ist schwer Mutter zu sein. Und manchmal auch federleicht. vor allem in der heutigen "perfekt in Pastell-Welt " ist es schwer einfach nur zu sein. Seinen Instinkten zu folgen. Einfach Mensch zu sein und einfach Mutter zu sein. Ich erziehe meine Kinder einerseits gleich und doch verschieden da sie zwei verschiedene Persönlichkeiten besitzen. Diese AP Methode basiert ja auf den mütterlichen Instinkten und ist nichts Neues. Nur das man halt in altbewährtem rumgepfuscht hat um ein 2.0 Erziehungs-leitfaden daraus zu machen.
    man sagt immer das Kinder aus Fehlern lernen müssen. Das müssen wir erwachsene auch. Und wir müssen Fehler machen dürfen. Auch in der Erziehung unserer Kinder ( sollte natürlich nix schwerwiegendes sein ) dieser Schrei nach Perfektionismus geht nach hinten los. Hab in meinem Umfeld genügend "white living " Mamis. 2 davon sind Ritalin abhängig und die anderen saufen sich ihre Welt schön sobald keiner hinschaut.

    Was ich sagen wollte : hört alle auf mit dem Finger aufeinander zu zeigen. Wir battlen hier nicht darum wer die beste Mama ist. Und eine Mutter ist nicht schlecht/ eine rabenmutter nur weil sie Fehler macht. Es geht hier darum unsere Kinder auf diese Welt vorzubereiten. Und aus ihnen gute Menschen zu machen. Mit einem Sinn für schönes , gutes. Einen Sinn für recht und unrecht. Für falsch und richtig.
    Ich bringe meinen Kinder nicht bei, das man ,wenn man auf andere hört alles richtig macht. Sondern das man im richtigen Moment auf sich selbst vertrauen kann/ muss /soll

    So ich hoffe mein Text hatte einen Zusammenhang.

    Viele liebe Grüße
    Alex

  • #22

    diesesmamading (Montag, 04 September 2017 22:09)

    Danke für diesen ehrlichen Artikel! Bauchgefühl ist das Wort! Das sagt eigentlich alles. Gepaart mit ein bisschen Menschenverstand kann die Erziehung gar nicht so verkehrt sein. Es muss nicht immer alles ein "Label" haben und ehrlich gesagt bekomm ich manchmal echt Zustände was so alles unter dem Deckmantel der Bedürfnisorientierten Erziehung bzw. des Attatchement Parenting legitimiert wird. Auch wenn es viele gute Ansätze gibt, halte ich manche für sehr fragwürdig. Ich will niemandem was unterstellen, aber manchmal wirkt es so als würden Eltern Dinge nur aus reiner Bequemlichkeit zulassen und dann als AP deklarieren. Ich hab mir auf meinem Blog auch schon mal Gedanken über das Thema Erziehung gemacht, vielleicht hast du ja mal Lust vorbeizuschauen, würde mich freuen: http://www.diesesmamading.de/2017/08/04/erziehungsstile-ja-welchen-nehm-ich-denn/).

    Liebe Grüße
    Linda

  • #23

    Dina (Dienstag, 05 September 2017 07:27)

    Jeder soll erziehen, wie er es für richtig hält. Hier aber von Bedürfnisorientiert zu sprechen, wenn man Bestrafungen gut heißt, erschließt sich mir leider nicht.

    Bestrafungen sind für mich Machtausübungen. Nichts anderes. Ich bin Erwachsen und ich bestimme über dich. Und das ist für eine kleine Kinderseele in meinen Augen schrecklich. Genauso wie dieses zählen, oder wenn dann. Das sind alles Verzweifelungstaten, weil die Mutter ein Verhalten von ihrem Kind erzwingen will.

    Aber, auch ich mache ganz sicher den ein oder anderen Fehler. Keine Mama ist perfekt, Ohne Fehl und Tadel.

    Einen Ratgeber habe ich auch nie gelesen. Hier geht es auch nach Bauchgefühl. Ich möchte es anders machen als meine Eltern und deswegen gehören klassische Strafen, sowie erpressungen und Zwang nicht zu meinem Erziehungsstil.

  • #24

    Dreimädelsuntersich (Dienstag, 05 September 2017 07:46)

    Aus der Situation raus nehmen ist immer gut. Ich habe gelernt, dass ich erst nach einer kurzen "beruhigungsphase" überhaupt an minime wieder ran komme. Und danach frag ich aber nicht, ob sie wieder lieb ist. Sie muss mir erklären was sie gerade falsch gemacht hat...
    Jedes Kind tickt anders und funktioniert eben auch anders. Das eine schmeißt sich auf den Boden vor zornen und das andere wimmert lieber still vor sich hin.
    Wichtig ist auch: Kinder müssen in unserer Gesellschaft in einem System funktionieren. Kita und später in der Schule noch mehr. Auch wenn man es leid ist: erklären bis zum umfallen. Ja und manchmal beschmeiße ich auch minime mit Steinen, wenn sie es macht obwohl wir darüber gesprochen haben und sie es weiß

  • #25

    Frau_ppunkt (Dienstag, 05 September 2017 08:12)

    Ach Massa...
    Wie oft denke ich darüber nach, ob ich meinem Kind das beste und zwar am besten beibringe.
    Ich bin Fan von autoritativer Erziehung. Ich wurde selbst so erzogen.
    Aber von AP ziehe ich mir viel ab. Nicht weil es angesagt ist oder es tausend Studien dazu gab, sondern weil es Instinkt ist. Alles was da steht, mache ich automatisch. Ich stille grundsätzlich und auch so oft das Baby es will. Ich trage im Tragetuch,weil es meinem Kind zeigt das ich da bin. Ich lasse es definitiv nicht schreien. Und es schläft immer bei mir.
    Jedoch seh ich an meinem 3jährigen, das es bei uns trotz allem vertrauen,und ich bin überzeugt das er es hat, nicht reicht mit ihm seine Fehler oder Wutausbrüche auszudiskutieren.
    Auch ich habe meine Grenzen. Ich kann nicht lachen wenn er die rauhfasertapete abpopelt. Also beim ersten Mal gabs keinen Ärger. Ich weiß wie verlockend das für die Kids ist. Habs schließlich selbstgemacht. Wir redeten auch darüber. Und ich sagte auch das es mich traurig macht wenn er das kaputt macht und er dann auch kein schönes Zimmer mehr hat.
    Ich bezweifle das es ihn interessiert wie "schön" sein Zimmer ist. Und interessiert es,weil wir ja entscheiden wie es aussehen soll.
    Jedenfalls ging es Abend für Abend als er im Bett lag damit weiter. Jeden Tag schimpfte ich. Er hat es verstanden,senkte seinen Blick,sagte immer Entschuldigung, aber machte weiter.da fragt man sich schon wieso er das macht obwohl man es ihm tausend mal erklärt.
    Ich wüsste wenn meiner den Teller an die wand wirft, weil er unsere Reaktion testen will, und vielleicht vorher schon bockig war, gibt's für mich auch nur die Treppe .
    Und wie oft hab ich mich schon ertappt und ihm auf die Finger gehauen. Warum?! Weil ich an meine Grenzen kam. Weil ich überfordert reagiert hab.hauptsache macht ausüben und dem Ärger ein Ende setzen.
    Und egal wie oft ich ihm Dinge erkläre oder wie lieb er immer ist,... wenn die Tage kommen an denen es nur 'nein' und auf den Boden werfen gibt,geht's du vielleicht ein paar mal an ihm vorbei und lässt ihn liegen, aber an anderen packst du ihn und bringst ihn ins Zimmer.... und an manchen Tagen wirst du ruhig mit ihm reden und ihm alles erklären.... aber an anderen erziehst du mit stimme und wirst laut.
    Weil auch wir irgendwann nicht mehr anders können.
    Stolz bin ich da auch nicht.
    Aber ich bin auch nicht der Mensch mit der Geduld meinem Kind alles nur auszuquatschen.ich kann nicht beim tausendsten Mal reden wenn er mich vielleicht ständig in den Arm beißt. Ich bin der Meinung neben endloser liebe die man seinen Kindern schenken soll, brauchen sie Grenzen und Konsequenzen. Denn die gibt es für uns auch.
    Es ist nicht nur für die Kinder eine Auszeit um runterzukommen, sondern auch für uns. Wir sammeln in solchen Momenten Kraft um wieder etwas offener dem Kind gegenüber zu werden,nachdem es sich beruhigt hat. Denn mal ehrlich, ich wäre nicht mehr oft lieb zu einem Kind das mich haut und beißt, nie hört und macht was es will. Solche Kinder gibt's im Bekanntenkreis. Für mich im Vergleich sehr schlecht erzogene Kinder die mich wahnsinnig nerven wenn sie zu Besuch sind. Und dann hab ich den Vergleich der mich bestärkt in dem was ich tue. Auch wenn man natürlich sicher manches besser machen könnte. Es muss aber nicht perfekt sein um ein Ergebnis zu erhalten. Echt muss es sein,das man sein Kind auch guten Gewissens ins eigene Leben entlassen kann. Ich weiß einige Situationen hätte ich auch gern anders gelöst,und auf keinen Fall mit einem Klaps auf die Hand. Aber dann sollte ich nicht an meiner Konsequenz arbeiten, sondern an meiner ersten Reaktion die unüberlegter nicht sein könnte.
    Ich bin eine strenge Mama, vielleicht dem Job geschuldet, aber mein Kind hat alles und kann sich immer auf mich verlassen. Ich fange es immer auf aber es gibt auch regeln, und auch die brauchen sie um zu wachsen. Du hast in deinem Beispiel nicht falsch gemacht. Für dich und dein Kind war es das richtige wenn es daraus lernt und du dich danach wieder voll deinem Kind hingeben kannst. Wer so eine Aktion ignoriert,wird denk ich öfter in die gelenheit kommen das Grenzen wieder und wieder ausgetestet werden müssen.
    Lg

  • #26

    Rike (Dienstag, 05 September 2017 08:42)

    DANKE! Für diesen phantastischen Beitrag! Du sprichst mir aus der Seele. Ich glaube mein Erziehungsstil ist ganz ähnlich und auch ich habe ein sehr fröhliches Kind. Dieses dogmatische Predigen von nicht Erziehung auf Instagram ist mir auch schon aufgefallen und ich finde es schlimm, immer das Gefühl zu vermitteln, Eltern die erziehen würden ihren Kindern schaden! Von Gewalt und davon Kinder nicht als Menschen sondern Objekte zu sehen ist die Rede...hallo?! Und auch ich ertappe mich manchmal mich dann schlecht zu fühlen, wenn ich eine Grenze setze. Dabei macht unsere liebevolle Erziehung unser Miteinander soviel leichter. Und ich bin einfach keine Mama, die ihr Leben für das vermeintliche Glück ihrer Kinder opfert. Man kann auch eine gute Mutter und man selbst sein!
    Liebe Grüße Rike

  • #27

    Lisa (Dienstag, 05 September 2017 12:13)

    Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich hatte Abende, an denen ich verzweifelt auf der Couch lag und mich fragte wie es ohne Konflikte gehen soll. Ich bin eine Mutti, die nicht gern laut wird. Aber wenn die Kinder sich schlagen oder andere wirklich schlimme Dinge tun, bekommen sie eine Auszeit. Ich bin für sie da, aber es wird nicht viel diskutiert. Es tut jedem gut, wenn man sich mal sammeln kann und Kinder können noch nicht allein entscheiden wann sie eine Pause brauchen. Jedenfalls habe ich viel deprimierte zeit verbracht, weil ich das Gefühl bekam (gerade auf insta) dass alle es besser machten... Mit dem Schluss: weniger insta und bei Kindern im Abstand von 15 Monaten geht es ohne Regeln einfach nicht!!
    Lg mammy.loves.you

  • #28

    Fee (Dienstag, 05 September 2017 14:35)

    Ich finde deinen Beitrag menschlich und deshalb perfekt. Mir platzt ab und an auch der Kragen, mit zwei unter vier ist der Tag mit Erziehungsfragen gepflastert. Und manchmal Frage ich mich,ob ich die Einzige bin, die ab und zu nicht pädagogisch wertvoll reagiert. Danke für deine Sicht der Dinge und die unbedingte Ehrlichkeit.

  • #29

    Bea (Dienstag, 05 September 2017 23:57)

    Ach Massa, es ist schon ein Kreuz mit der Erziehung... die Kinder schreien nach Grenzen, wollen klare Ansagen. Ich hab Schulungen hinter mir und trotzdem ist es nicht immer einfach. Die Idee mit dem Hocker finde ich gut! Wird auch von Experten empfohlen, zwar nicht so direkt, sie nennen es "Abstand, Auszeit". Und das kennen meine Kinder auch. Sonst wären sie nicht so wie sie jetzt sind. Ich finde gut, dass Du Dir so viele Gedanken machst. Aber höre auf Dein Bauchgefühl! Das sagt Dir genau was Du machen sollst. Denn: es gibt keine Pauschallösung für die Erziehung! Wenn es die gäbe, wäre es doch langweilig. Und unsere Kinder keine Individuen. Ich wünsche Dir weiterhin gute Nerven... und die anderen... lasse reden.

  • #30

    Jana (Mittwoch, 06 September 2017 19:43)

    Liebe Massa!
    Ich bin gelernte Erzieherin und nun auch studierte Kindheitspädagogin. Daraus folgt dass ich seit Jahren mit pädagogischen Konzepten, Ideen, Ziele, Methoden etc vollgestopft werde und mittlerweile so gut wie kein Kind mehr ohne den Pädagogenblick anschauen kann. Und wenn ich deinen Artikel lese geht mir das Herz auf. Ich denke an alle Eltern die ich bis jetzt betreut habe, verwirrt durch den 20. Ratgeber, Nachbarn, Facebook Post etc. Nicht mehr in der Lage auf sich seine Kinder und die Bedürfnisse zu schauen. Du machst das perfekt da bin ich mir sicher. Und zum perfekt sein gehören eben auch auch Fehler machen, daraus lernen und wieder Fehler zu machen. Danke für den Beitrag! Ich hoffe ich werde als Mama irgendwann auch diese Fähigkeit besitzen alles ohne große Einflüsse von außen anzugehen. Ganz liebe Grüße aus München
    Jana

  • #31

    Astrid (Mittwoch, 06 September 2017 20:39)

    So war � Ein großartiger Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele.

  • #32

    koenigskinder_ (Donnerstag, 07 September 2017 00:57)

    Danke für diesen wundervollen Text ! Warum begegne ich so Menschen, wie dir nicht im "echten" Leben? Denke immer, ich bin die einzige, die so tickt, dabei gibt es ja scheinbar noch mehr von der Sorte�