Geburtsbericht der lieben Sabrina @s_fm_cj_c

Meine erste Geburt unseres Sohnes Fabian-Maximilian Heinz ging um 4 Uhr morgens nach einer Mitternachtseinlage auf dem Balkon, wo Cevapcici gegrillt wurden, los.

 

Jetzt im Nachhinein echt schlimm was wir so alles in dieser Nacht noch gemacht haben, hätten wir gewusst was kommt wäre es vermutlich anders gewesen .

 

Wir fuhren ins Krankenhaus, mein Mann bei Rot über die Ampel, obwohl ich so was von gechillt war, dass es fast so aussah als ob er das Kind bekommen würde.

 

Im Krankenhaus angekommen, gleich ans CTG angehängt, Blutabnahme und KO vom Arzt. Dieser stellte fest dass ich 12 Std. vorher schon nen leichten Blasensprung hatte. Also check in im Krankenhaus.

 

Die starken Wehen ließen nicht lange auf sich warten, aber ich war tapfer und stand alles ohne meckern durch.

 

Und das ganze 30 Std! 30 Stunden lag ich ihn den Wehen, wovon 15 Std. Presswehen waren, ich aber nicht pressen durfte da mein Muttermund streikte.

 

Alles wurde probiert, Akupunktur, Öle, Baden, nen Einlauf  :S aber nichts half. Ich musste 15 Std. sitzen bzw. stehen da liegen nicht in Frage kam da es unglaubliche Schmerzen waren sobald ich es nur versucht habe.

 

Irgendwann äußerte ich aber dann doch den Wunsch nach einem KS, ich konnte und wollte nicht mehr.

 

Am Anfang sagten sie ich solle mich nicht so anstellen immerhin sei ich eine Erstgebärende und da kann das schon mal vorkommen das man so lange braucht. Gut ich hielt also meinen Mund obwohl ich ihr am liebsten die Meinung gesagt hätte.

 

Als aber dann die Herztöne unseres Sohnes immer schlechter wurden, ja da wurden die Ärzte und Hebammen aber flott, was den Kaiserschnitt anging. Alles ging dann so unglaublich schnell, Strümpfe an, Op Kittel an, Infusionen gegen die Wehen, ins Bett gelegt (was für ne Erleichterung) und ab in den OP.

 

Vom Kreuzstich hab ich gar nichts mehr mitbekommen, wenn man 30 Std. durchgehend wach ist, fühlt man sich irgendwann wie in Trance.

 

Um 23.26 Uhr erblickte unser Sonnenschein endlich das Licht der Welt und das zum Glück gesund.

 

Als ich fertig war wurde ich in den Kreissaal zu meinen Männern geschoben und wir konnten unser Glück endlich genießen. Leider nur von kurzer Dauer, denn ich spürte wie der Kleine immer kaltschweißiger wurde und nicht richtig atmete. Mein Mann lief raus zur Hebammen, der Kleine wurde ihm abgenommen, nen Schlauch in den Hals geschoben, zum Absaugen und dann noch nen Schuss Zucker da er unterzuckert war.

 

Als mein Mann dann endlich wieder kam, musste er mal kurz laut los heulen, nach diesen schlaflosen Stunden war auch ihm jetzt alles zu viel geworden und als ihm dann auch noch die Hebamme gesagt hat das es gut war das wir doch einen KS gemacht haben, da unser Sohn in meinem Becken festgesteckt ist, konnte er nicht mehr.

 

Da wusste ich dass mein Körper schon wusste warum er mir zu einem Kaiserschnitt geraten hat.

 

Drei Tage später war beim Sohnemann wieder alles gut, nur bei mir wollte es nicht so richtig werden. Ich blutete zu stark für einen Kaiserschnitt. Also zur KO runter zum Frauenarzt. Die sagten mir dann, dass noch etwas von der Plazenta noch auf meiner Gebärmutter wär und ich deswegen noch so stark blutete.

 

Yeah tolle Neuigkeiten, nach so ner Geburt. Es wurde ne zweite Ärztin geholt und dann ging´s ab.

 

Während die eine auf meine gerade frisch operierte Narbe drückte, schabte die andere es raus. Währenddessen teilten mir sie auch mit, falls dies nicht funktioniert bräuchte ich ne Curettage.

 

Ganz ehrlich ich wünschte mir meine Wehen zurück, die Taten nicht so weh wie, das was die beiden veranstaltet haben. Aber zum Glück ging alles weg. Oder doch nicht?

 

Als ich dann eben zu unserer Tochter schwanger wurde, waren da wieder diese Ängste. Angst jemand könnte sterben, weil ICH neues Leben in die Welt setze.

 

Volle vier Jahre hat es gedauert bis wir beide wieder bereit waren, es nochmal zu wagen. Nach den üblichen 10 kg Gewichtsverlust, die ich bei beiden hatte, war es eine echt schöne Schwangerschaft. Keiner da der starb oder krank wurde, zum Glück.

 

Wir genossen also diese Schwangerschaft umso mehr, bis an dem Tag wo ich eines morgens aufwachte und etwas auf meiner linken äußeren Schamlippe spürte. Ich konnte es nicht gleich identifizieren, also auf dem Boden gesetzt, mit nem Spiegel bewaffnet und geguckt was da los war.

 

Mein Hirn blieb fast stehen, als ich sah was sich da unten befand, ne richtig dicke Varize, ich wusste gar nicht das man daaaaa unten sowas bekommen kann.

 

Also ab zum Frauenarzt, der hat mich gleich beruhigt und gesagt das das schon mal vorkommen könnte, es müsste nach der Schwangerschaft auch wieder weg gehen, muss aber nicht. Gut solange es für keine von uns gefährlich ist kann man damit leben J

 

Einen Monat vor der Geburt muss man bei uns ins KH, weil man beim Frauenarzt fertig ist. Ich äußerte gleich meinen Wunsch nach einem KS, das zum Glück auch vom FA und von der Oberärztin im KH genehmigt wurde, es wunderte mich zwar, aber ich war froh diese Qualen nicht nochmal durchmachen zu müssen. Nicht falsch verstehen es sind ja „schöne Schmerzen“ aber einmal reicht das schon :D

 

Wunschtermin war der 11. April 2016, perfekt noch keiner eingetragen, also waren wir die ersten am OP Plan.

 

Am Sonntag den 10. April 2016 wurde dann eingecheckt im Krankenhaus. Unser Sohn war bei meiner Mutter gut untergebracht.

 CTG, Blutabnahme, Zugang legen und anmelden, das Standartprogramm, wer kennt es nicht.     

 

Die Blutabnahme und das Zugang legen waren echt der Horror. Ich muss dazu sagen ich bin echt viel tätowiert und mir machten Nadeln zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel aus, aber diese Hebamme hat mich echt gequält. Sie hat mich dreimal verstochen. Zweimal fand sie keine Vene und das dritte mal stach kam zwar Blut, aber sie stach durch, also hatte ich gleich mal nen Blauen fleck und wurde geschwollen. Ich sah meinen Mann an und sagte das es ja schon wieder toll anfängt, er grinste nur und sagte ich habe es verdient :D

 

Als die Prozedur endlich zu Ende war, durfte ich rauf aufs Zimmer, wo gleich die nächste Schwester kam und mir die Thrombosespritze fast bei der Türe schon reingejagt hat.

 

Mein mir Zugemuteter, verließ das KH gegen 21 Uhr, da er noch etwas vorbereiten wollte für die Vaterfeier am nächsten Tag.

 

Ich wurde um 6 Uhr morgens geweckt das ich nochmal duschen gehen konnte, danach wurde ich in den Kreissaal gebracht, wo dann der Rest vorbereitet wurde.

 

Also nochmal Infusionen und ne Flüssigkeit zum Trinken, sie sagten, falls man ne Vollnarkose brauchen würde, sei einem danach nicht so schlecht. Gut dann schnell runter mit dem Zeug wer weiß ob ich das nicht brauche, scherzte ich noch.

 

Dann nochmal volle 4 mal Zugang legen, da diese Hebamme es auch nicht konnte, aber es trz dreimal versucht hat, bis sie endlich eine Ärztin geholt hat.

 

Gut dann kam die Assistenzärztin und sagte zu mir an einem Montag, dass es ein guter Tag sei und freute sich auf den ersten KS dieses Tages.

 

In so einem OP ist es arsch kalt, ich zitterte und scherzte mit den Schwestern, wartete auf meinen Kreuzstich und auch diesmal empfand ich keinerlei Schmerz und dann wurde mir endlich warm :D

 

Alles war wunderbar und voller Vorfreude.

 

Dann ging es endlich los, die kleine Cataleya eblickte das Licht der Welt. Der schönste Moment, den man sich als Eltern nur vorstellen kann.

 

Sie wurde mir kurz gezeigt, dann weggebracht zur KO. Alles dran, alles gesund, alles bestens, als die Hebamme wieder kam und mir die Kleine anlegen wollte, sagte aber der leitende Oberarzt, folgende Worte:,, der Mann muss sofort raus, es gibt Komplikationen!“ Wir sahen uns an, sagten uns wie sehr wir uns lieben und er musste gehen.

 

Ich gab meine Tochter noch einen Kuss und dann war auch sie weg. Der gerade noch so mit Liebe überfüllte Raum, war plötzlich kahl und leer.

 

Und als ich dann endlich mal fragte was denn los sei, sagte mir eine Schwester nur, dass meine Gebärmutter vl. entfernt werden muss. Ich sah sie an und sagte, alles egal solange ich wieder aufwache.

 

Mehr weis ich nicht mehr.

 

Das erste was ich wieder bewusst mitbekommen habe, war wie jemand sagte, wenn sie die Augen nicht aufmacht, müssen wir nochmal was spritzen.

 

Ich war also da, nur meine Augen waren so verdammt schwer. Ich riss sie auf so gut ich nur konnte. Keiner sagte mehr was, keiner fragte wie es mir geht, nicht´s. Ich wusste nicht was passiert war, wusste nicht ob dieses Scheißding noch in meinem Körper war oder nicht.

 

Ich wusste nur das mir saukalt war, ich zitterte schon wieder oder immer noch keine Ahnung. Jemand drehte die Bettheizung auf und ich schlief wieder ein.

 

Als ich das nächste mal wach wurde, sah ich meinen Mann neben mir sitzen, ich dachte nur jetzt ist alles gut es war nur ein Traum, doch so war es leider nicht. Mein Mann sah aus als hätte er ne Leiche gesehen, jetzt im Nachhinein weiß ich, ich war die Leiche, mit den ganzen Schläuchen und Flaschen und und und.

 

Unsere Tochter sah ich immer wieder nur kurz, da ich auf der Intensivstation lag und da ja kein Besuch erlaubt ist. Auch nicht von einem gerade erst geborenen Baby.

 

Der Oberarzt, der mich operiert hat kam zu mir und teilte mir mit das meine Gebärmutter zwar noch da ist, falls aber das Antibiotikum nicht binnen 24 Std. anschlägt, ich nochmal operiert werden müsste damit sie dann endgültig raus kommt. 24 Stunden Lebensgefahr äußerte er noch bevor er ging.

 

Zum Glück schlug das Antibiotikum aber an und ich durfte statt um Mitternacht schon um 21 Uhr auf die normale Station.

 

Man was für ein Glück, endlich konnte ich mein Baby in den Armen halten und es mit meiner Liebe überschütten die sich die ganzen Monate angestaut hatte.

 

Nächster Morgen, Visite, KO durch den OA, er machte einen Ultraschall und sagte auch wieder das nicht die ganze Plazenta weg kam, sie schafften es nicht, da sie manuell abgeschabt wurde. Es sei aber nur gefährlich wenn sie binnen 6 Monaten nicht von alleine abgeht.

 

Also keine Lebensgefahr mehr. Mein Mann und ich bedankten uns so sehr. Der OA sagte nur das es verdammt knapp um mich war, da ich sehr, sehr viel Blut verloren habe und auch meine Gebärmutter mit der Plazenta so festgewachsen war, das sie echt zu kämpfen hatte. Als Souvenir schenkte er mir noch ein paar Bilder, meiner offene Gebärmutter mit der Plazenta. Das was ich hatte nennt sich Plazenta accreta, man kann es leider nicht vorhersehen, allerdings war meine Krampfader da unten schon eine kleine Vorwarnung.  Ich war der „Star“ in dieser Woche ganz ehrlich, jeder Arzt der kam, sagte er habe so etwas noch nie in diesem Ausmass gesehen und sie wären echt gerne bei der OP dabei gewesen :/

 

5 Tage lagen wir im Krankenhaus, dann durften wir endlich nach Hause, zwar mit Vorbehalt und wenn schmerzen auftreten solle ich sofort kommen, aber wir durften endlich nach Hause um unser Leben zu viert zu genießen.

 

Jetzt ein Jahr später bin ich zwar immer noch traurig, weil wir kein drittes Kind mehr haben dürfen, weil uns das verboten wurde und ich es auch psychisch gar nicht aushalten würde, ABER ich bin mega froh noch am Leben zu sein.

 

Dieses Jahr hat mir gezeigt wie sehr ich meine Familie liebe, wie sehr ich den Rest dieser ach so grauen Welt liebe.

 

Ich danke allen und nehme mein bzw. unser Leben nicht mehr als selbstverständlich an!

 

 

 

                                                              

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Kathrin (Freitag, 28 Juli 2017 10:06)

    Oh ja.. Placenta accreta...� Auch ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen.. musste mit dem Krankenwagen Notverlegt werden und mein HB war bei 5, irgendwas.. Ich bin einer Transfusion gerade noch so entkommen..Das war wirklich heftig... Kann mich echt da hineinversetzen.. zum Glück dürfen wir unsere Kinder groß werden sehen... ❤❤❤

  • #2

    Zhunami (Freitag, 28 Juli 2017 13:06)

    Wow, das klingt ja wirklich schlimm. Gut, dass du es dann doch so heil überstanden hast, deine Ärzte hatten scheinbar echt was drauf. Ich musste übrigens über den Ausdruck "mein mir Zugemuteter" herzlich lachen.

  • #3

    Tatcheninlove (Freitag, 28 Juli 2017 14:27)

    Wahnsinn. Bin echt geschockt. Wirklich gut geschrieben. Als wäre man dabei gewesen. Und dass du am Ende mit einer dankbaren Haltung heraus gehst, finde ich bemerkenswert.

  • #4

    Sabrina (Freitag, 28 Juli 2017 17:37)

    Liebe Kathrin ja ich finde es auch wunderschön und auch finde ich das man es noch mehr genießt als man es e schon tut. :) ich bekam eine Transfusion doch das erfuhr ich erst Wochen später weil es niemand so genau gewusst hat naja alles vergessen :)