Geburtsbericht der lieben Sarina @sarina.felix

Am 29.03 war ich bei ET+3 angekommen. Morgens hatte ich einen FA Termin zu dem mich meine Mutter und Adam begleiteten. Mein Arzt hatte ja schon vorher angekündigt das er mich an dem Tag ins Krankenhaus überweisen würde wenn sich die Kleine bis dahin nicht auf den Weg gemacht hätte. Im Wartezimmer sagte ich zu den Beiden das mir schlecht war und ich mich komisch fühlte. Als wir dann beim Arzt drin waren schaute er nach dem Fruchtwasser und ob es Snow gut ging. Alles super. Ich berichtete ihm von meiner Übelkeit. Außerdem hatte ich Kopfschmerzen seit dem Vortag.

Er sagte dann nur: "noch ein Grund mehr Sie jetzt zu überweisen.
Könnte eine Schwangerschaftsvergiftung sein."
"Ach du Kacke" hab ich nur gedacht.
Ich spürte Aufregung und Nervosität in mir aufsteigen aber ich hab es dann während der Heimfahrt geschafft mich selbst davon zu überzeugen das so schnell nicht eingeleitet wird und der Kelch nochmal an mir vorübergeht. Nach allem was ich von Einleitungen gehört hatte, wollte ich lieber das es auf natürlichem Wege losgeht. 
Wie holten die Krankenhaustasche und machten uns auf den Weg ins Krankenhaus.
Meine Mutter total euphorisch im Schnellschritt voran (sie wollte nun endlich ihre Enkelin kennenlernen), Adam etwas entspannter neben ihr her (naiv wie er ist war ihn längst nicht klar das wir heute Eltern werden könnten) und ich im langsamen Watschelschritt, wie eine Ente, den Beiden hinterher. 
In einer Sekunde habe ich mir gewünscht, das eingeleitet wird. Einfach nur weil ich endlich mein Baby in den Arm nehmen wollte. 
Und in der nächsten Sekunde habe ich mich plötzlich gefragt ob ich wirklich schon bereit für das Ende dieser wunderschönen Schwangerschaft war.
Zwischendrin bekam ich immer wieder Nachrichten von meiner Schwester, die bei der Arbeit war.
"Was gibts neues?"
"Werd ich heute Tante?"
"Seid ihr schon im Krankenhaus?"
Im Kreißsaal angekommen stellte ich mich vor und erklärte warum ich da war. 
Es wurde Blut abgenommen, untersucht, getastet, CTG geschrieben. Das übliche halt.
Tastbefund zu dem Zeitpunkt: MuMu gut fingerdurchlässig und weich. Köpfchen sehr weit unten. Wie die Tage davor auch schon.
Bezüglich des Verdachts auf Schwangerschaftsvergiftung mussten wir die Blutergebnisse abwarten.
Ich saß immernoch breitbeinig mit meiner Kugel auf dem Gynäkologenstuhl als folgendes Gespräch passierte:
Ärztin: "also Frau Felix, ich habe gerade bezüglich ihrer Situation nochmal mit der Oberärztin gesprochen. Wir würden Ihnen dann jetzt schon nahelegen das wir mit der Einleitung beginnen sollten..."
Mein Herz klopfte schneller und ich kriegte nur ein komisches "aha?" rausgepresst.
Ärztin: "sie sind halt schon über ET und in ihrem Fall... warum noch länger warten und das Baby noch größer und schwerer werden lassen?"
Edit: für diejenigen die meine Geschichte noch nicht so lange mitverfolgen: ich bin 1.47 groß und es stand im Vorhinein bei der Geburtsplanung schon die Frage im Raum, ob ich auf natürlichem Weg entbinden kann/möchte. Ich habe mich für den natürlichen Weg entschieden.
Auf dem Bericht der Geburtsplanung stand letztendlich: "für die Patientin besteht ein erhöhtes Risiko für einen Kaiserschnitt. Sie wünscht dennoch eine natürliche Entbindung." So oder so ähnlich.
Zurück zu meinem Gespräch mit der Ärztin also.
Ich zu ihr: "Ähm, was genau heist das jetzt?"
Dumme Frage im Nachhinein 🤦🏻‍♀️😂
Die Ärztin so: "Sie verlassen dieses Krankenhaus nicht mehr ohne Kind."
Tja ... und das war der Moment wo es dann endlich Klick gemacht hat.
Wenn man diesen Satz gesagt bekommt, nach 10 Monaten Schwangerschaft fühlt man tausend Dinge gleichzeitig.
Zum Schluss blieb nur eines übrig:
riesengroße Vorfreude auf meine Tochter!
Die Ärztin erklärte mir, das man mich nun stationär aufnehmen würde und mir einen Wehencocktail mitgeben würde den ich trinken sollte. Innerhalb von 6 Stunden würden erfahrungsgemäß erste Wehen einsetzen. Wenn nicht, würde man am Folgeabend mit einem Zäpfchen fortfahren. So lange bis sich etwas tat.
Ich verabschiedete mich von der Vorstellung, klassisch wie im Film mit einer geplatzen Fruchtblase aufzuwachen, den Mann wachzurütteln um dann mit Tempo 120 ins Krankenhaus zu fahren, dabei 5 rote Ampeln zu ignorieren und anschließend gerade noch rechtzeitig aufs Entbindungsbett zu hüpfen um dann nach 2 mal pressen sein Kind zu gebären 😂
Kleiner Scherz am Rande. Das war mir natürlich schon vorher klar das das eben nur in Filmen so ist. 
Ich stellte mich darauf ein, Tagelang im Krankenhaus verbringen zu müssen bis sich endlich etwas tat. Das war das was ich über Einleitungen gehört hatte. Tagelange Quälerei, Wehen die viel schmerzhafter sind als "natürliche", Wehen ohne Pausen etc.... die Liste der negativen Dinge war lang.
Während ich darüber nachdachte und mich an all diese Sachen erinnerte die ich gelesen hatte, legte die Ärztin mir einen Zugang.
Eine Hebamme kam rein und übergab mir eine Flasche und ein Glas. Der Inhalt war orange. Sie erklärte mir das da unter Anderem Mangosaft und Sekt drin war.
Adam und meine Mama haben draußen auf mich gewartet. Als ich auf Sie zuging guckten mich beide mit grossen Augen an.
Ich sah Adam an und sagte zu ihm: "honey we're not gonna leave this place without Pandi".
Seine Augen weiteten sich noch mehr. 
Dann breitete sich ein riesen Grinsen auf seinem Gesicht aus. "Hoooooly shit" sagte er. 
Ich hab also in mein Zimmer "eingecheckt", mich aufs Bett gesetzt und angefangen den Cocktail zu trinken.
Da war es etwa 12 Uhr.
Ich postete ein Bild von dem Cocktail auf Instagram und von da an stand mein Handy nicht mehr still (ihr seid der Hammer 😍) so so so viele liebe Nachrichten und ihr habt alle mitgefiebert. Vorallem aber bekam ich auch Nachrichten in denen manche von euch erzählten, das sie auch eingeleitet wurden und kurze Zeit später schon Wehen hatten.
Ich habe da ehrlichgesagt überhaupt nicht dran geglaubt.
Für mich war klar das es am Folgetag mit dem Zäpfchen weitergehen würde.
20 Minuten später war ich angetrunken.
Jap. Kein Witz. Der Sekt da drin hat mich echt umgehauen. Ich hab noch zu Adam gesagt was ist wenn das Pandi schadet ? Typisch ich 😅
Naja jetzt hieß es also Zeit totschlagen und abwarten. Adam nahm alles mit der GoPro auf. Wir haben uns unten in die Cafeteria gesetzt, gequatscht und gegessen.
Also Adam und meine Mama.
Die Hebamme hatte mir noch nahegelegt nicht zu viel zu essen.
Also aß ich garnichts.
Dann gingen wir spazieren.
Irgendwann kam meine Schwester dazu als sie endlich Feierabend hatte. 
Gegen 16 Uhr fühlte ich mich langsam komisch. Während sich die anderen unterhielten wurde ich immer ruhiger.
Ich konnte nicht richtig sagen was es war, aber irgendwas tat sich.
Mein Magen fing an zu gluckern. Um 17 Uhr beschloss ich, das ich mal aufs Klo müsste.
Noch bevor ich den Gedanken zuende denken konnte, überkam mich die erste Wehe meines Lebens.
Über eine Stunde hinweg kamen die Wehen von da an etwa im 10 Minuten Abstand und wurden mit jedem Mal heftiger.
Auf den Weg zum Klo war es schon so schlimm das ich zwischendurch stehen bleiben musste um die Wehen zu veratmen. Falls man das überhaupt veratmen nennen konnte. ich hatte nämlich keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht und wusste überhaupt nicht was zu tun war. Also versuchte ich mich einfach auf meinen Instinkt zu verlassen.
Um Punkt 18 Uhr stand ich wieder im Kreißsaal und sagte der Hebamme, schon mit ziemlich schmerzverzerrtem Gesicht, das ich starke Wehen habe.
Also wurde ich ans CTG angeschlossen. Adam saß neben mir.
Während ich da lag waren die Wehen für mich schon so schlimm das ich Adams Hand halten musste und mich unter einer Wehe nicht mehr normal unterhalten konnte.
Nach dem CTG und einer Tastuntersuchung zeigte sich die Hebamme noch unbeeindruckt und meinte wir sollten weiter spazieren gehen. Wehen seien zwar da und auch regelmäßig aber halt noch nicht "der Rede wert".
Also verließen wir den Kreißsaal um spazieren zu gehen.
Schon auf dem Gang aus dem Kreißsaal raus, wurden die Wehen so stark, das ich mich an der Wand an einem Geländer festhalten musste.
Die Pausen zwischen den Wehen waren plötzlich nurnoch höchstens 2 Minuten und ich traute mich nicht, mich von vor der Kreißsaaltür zu entfernen. Spazieren erschien mir völlig unrealistisch.
Von da an hat mich der Schmerz so eingenommen, das ich völlig das Zeitgefühl verlor. Ich kann nicht mehr sagen wie viel Zeit verging mit meine Mutter beschloss, eine Hebamme zu suchen um ihr zu sagen das ich kaum Wehenpausen mehr habe und außerhalb des Kreißsaals sicher nicht mehr gut aufgehoben sei. Eine ziemlich unsympathische Hebamme ließ uns also in den Kreißsaal und fragte mich, ohne sich überhaupt vorzustellen, ob ich in die Wanne wollte. 
Mir war alles recht um den Schmerz zu lindern. 
10 Minuten später saß ich in der Wanne.
Die Hebamme verließ den Raum... und ward nie mehr gesehen.
In der Wanne ging es mir tatsächlich für kurze Zeit etwas besser.
Ich schätze ich saß etwa 15-20 Minuten in der Wanne als mir plötzlich so übel wurde das ich zu Adam sagte er soll mir ganz schnell einen Eimer geben, weil ich glaubte mich übergeben zu müssen.
Mir war aufeinmal viel zu heiß und ich fühlte mich nicht mehr wohl da drin.
Zum Erbrechen kam es Gott sei dank nicht und Adam half mir aus der Wanne raus.
Ab jetzt beginnt die für mich schmerzhafteste Phase der Geburt.
Pausen gab es keine mehr.
Ich hab keine Ahnung ob es an der Einleitung lag, aber ich wurde von Wehenstürmen geplagt.
Als eine Wehe vorbei war konnte ich noch nichtmal einen Satz zuende sprechen, da begann auch schon die nächste.
So stark wie ich es mir in meinen schlimmsten Vorstellungen nie ausgemalt hätte.
Mittlerweile war ich so verzweifelt das ich nurnoch "Aua" winselte und völlig fertig mit der Welt war.
Dadurch das ich keine Pausen mehr zwischen den Wehen hatte, war ich davon überzeugt, gleich mein Kind zu kriegen. Ich konnte mir nicht vorstellen das der Schmerz noch schlimmer hätte werden können. Adam ging raus und suchte die Hebamme, die sich weigerte zu kommen. Ich wäre noch "ganz am Anfang".
Ich fing an vor mich hin zu fluchen und bekam es mit der Angst zu tun weil ich einfach keine Zeit hatte mal durchzuatmen. Der einzige Ort an dem ich mit der Situation umgehen konnte war sitzend auf dem Gymnastikball. Direkt vor dem Kreißsaalbett, das Gesicht in die Matratze gedrückt. 
Irgendwann kam endlich die Hebamme rein und ich sagte ihr direkt das ich etwas gegen die Schmerzen haben möchte. Ich hatte eigentlich eher an Lachgas oder so gedacht, sie veranlasste aber sofort eine PDA.
War mir auch recht.
Zu dem Zeitpunkt war ich erst bei 4 cm.
Absolut niederschmetternd.
Das setzen der PDA ( sagt man das so ?🤔) war für mich ein kleiner Horror. Der Anästhesist sprach nur gebrochenes Deutsch und erklärte kaum etwas. Das ganze lief sehr kühl ab und während er da hinten rumfummelte und ich verzweifelt versuchte unter den heftigen Wehen irgendwie stillzuhalten, zuckte plötzlich meine komplette linke Körperhälfte extrem zusammen. Wie ein Stromschlag fühlte es sich an. Ich hab mich total erschrocken und bin regelrecht in die Höhe geflogen. Ich dachte nur oh mein Gott jetzt bist du gelähmt weil du dich so dolle bewegt hast 😭
Als die PDA wirkte konnte ich endlich mal atmen.
Ein Segen! 
Von da an waren die Wehen erträglich.
Dann war auch Schichtwechsel und hereinspaziert kam eine herzallerliebste junge Hebamme die ganz lieb war und sich von da an rührend um mich gekümmert hat.
Leider merkte ich nach einiger Zeit das die PDA nurnoch einseitig wirkte. Auf der rechten Seite hatte ich weiterhin unerträgliche Schmerzen. Dazu kam ein durchgängiger Schmerz in der rechten Leiste.
Die Hebamme wies mich dann an mich auf die andere Seite zu drehen aber nichts half. Auch der Anästhesist konnte das Problem nicht lösen also ertrug ich den Rest der Geburt auf einer Seite betäubt und auf der anderen Seite mit der vollen Breitseite der Schmerzen.
Kurze Zeit später platzte die Fruchtblase.
Bei der nächsten Tastuntersuchung waren wir bei 8 cm und ich wusste es ist nicht mehr lange.
Ich veratmete weiter fleißig jede Wehe und mir wurde immer bewusster das ich gleich Mama werde.
Adam war mittlerweile mit den Nerven völlig am Ende. Sein Gesichtsausdruck war unbeschreiblich. Mit weit aufgerissenen Augen und heruntergezogenen Mundwinkeln sah er mich an und es stand ihm ins Gesicht geschrieben das er total mit mir mitlitt.
Irgendwann sagte die Hebamme zu mir das ich jetzt 10 cm geschafft habe und bei der nächsten Wehe mal versuchen kann mitzupressen.
Mein Gott war ich froh diesen Satz von ihr zu hören.
Ich wusste das ich es fast geschafft hatte und die Vorfreude auf unsere Tochter wurde grenzenlos.
Nach ca. 5 Presswehen musste ich mich übergeben.
Ich lag übrigens in der klassischen Position auf dem Rücken.
Nach ein paar weiteren Presswehen sagte die Hebamme das sie das Köpfchen schon sehen kann und ganz viele Haare.
Innerlich wurde ich total euphorisch.
Ich sah Pandis Ultraschallbilder vor meinem geistigen Auge und ihr zuckersüßes Gesichtchen.
Ich wollte sie unbedingt endlich in den Arm nehmen.
Ich presste weiter aber irgendwie tat sich nichts mehr. Ich merkte das selbst das stärkste Pressen nichts mehr brachte und mir ging langsam die Energie aus. Irgendwann sagte die Hebamme das die Kleine immer wieder nach oben zurück rutscht. Das demotivierte mich total und ich fragte mich wie ich das jemals schaffen sollte. Ich zitterte vor Erschöpfung am ganzen Körper und kam auch nicht dagegen an.
Das CTG lief natürlich die ganze Zeit mit und irgendwann merkte ich wie aus dem gewohnt schnellen Herzschlag "Bumbum.Bumbum.Bumbum.Bumbum" sowas wurde "Bumbum...Bumbum....Bumbum..........Bumbum..............Bumbum" immer und immer langsamer. 
Ich wusste was das bedeutete und mir wurde schlagartig klar, das ich ab jetzt nicht mehr viel Zeit hatte meinem Baby auf die Welt zu helfen. Die Hebamme hatte plötzlich einen komischen Gesichtsausdruck angenommen und wies mich an, mich auf die linken Seite zu drehen.
Sie rief die Ärztin dazu.
Man merkte das sie sich bemühte keine Panik zu verbreiten.
Die Ärztin betrat den Raum.
Pandi stand immernoch unter Stress und die Herztöne verbesserten sich kaum.
Ich sollte aufhören zu pressen. 
Dem Drang zu pressen standhalten zu müssen war ganz ganz fies und schmerzhaft.
Ich wäre am liebsten verzweifelt in Panik verfallen und zusammengebrochen.
Ich weis noch ganz genau wie ich dachte: "Wenn du jetzt nicht alles gibst endet das nach all den Strapazen im Kaiserschnitt".
Ich drehte mich in den Vierfüßlerstand und als ich wieder mitpressen durfte hab ich alles um mich rum ausgeschaltet.
Ich habe nichts mehr gesehen und nichts mehr gehört.
Ich hab mich am Bett festgekrallt und ganz fest an Pandi gedacht.
Hab mit mir selbst im Kopf gesprochen.
Das ich ihr jetzt unbedingt da raushelfen muss. Das es ihr nicht gut ging und das wir das jetzt zusammen schaffen müssen.
Ich presste so sehr das ich zitterte und unkontrollierte Laute von mir gab.
Ich habe absolut keine Ahnung woher ich diese letzten Kräfte noch zusammengekratzt habe denn ich war wirklich endlos erschöpft und fühlte mich total schwach.
Mit kamen die Stimmen um mich rum sehr weit weg und verschwommen vor aber ich hörte diverse Leute sagen das sie fast draußen sei und dann merkte ich auch endlich selber das Köpfchen. 
Meine Schwester fragte ob Sie hingehen und gucken dürfte. natürlich.
Die Hälfte von Snows Kopf war jetzt draußen.
Sie hatte den Ellenbogen direkt neben dem Kopf.
Und um Arm und Kopf, die Nabelschnur.
Ein Letztes Mal pressen und sie war da.
4.23 Uhr.
Ich wartete auf den Schrei, aber es kam keiner.
Meine Schwester sagte nur: "sie ist ganz ganz niedlich".
Ich wartete immernoch auf das Schreien.
Ich drehte mich um und sah meinen kleinen Engel da liegen. Sie lag da auf der Seite, guckte ganz bedröppelt, blinzelte langsam mit den Augen...
Das Fruchtwasser in dem sie lag war dunkel. Grünlich, bräunlich. 
Die Ärztin fing an mit einem Schlauch Fruchtwasser aus ihrem Hals abzusaugen.
Man rieb ihr den Rücken, versuchte sie munter zu machen.
So gut wie keine Reaktion. 
Ich küsste sie auf die Wange und streichelte über ihre verklebten Haare. Dann wurde sie in den Nebenraum gebracht wo ich hörte das man die Kinderärzte rief.... 
Adam umarmte mich.
"I Love you. She's so beautiful"
Ich sagte ihm er soll zu ihr gehen und bei ihr bleiben.
Ich wurde darüber informiert das man sie auf die Intensivstation bringen würde da sie Anpassungsschwierigkeiten hätte und Probleme mit der Atmung.
Mein Herz zerbrach.
Sie hatte während der Geburt ins Fruchtwasser gemacht weil sie unter Stress stand.
Dann hatte sie sich verschluckt.
Ich wurde genäht und anschließend in einen ruhigen Raum gefahren wo ich mich "erholen konnte bevor man mich auf die Station brächte".
Alles was ich denken konnte war ich will bei meinem Baby sein.
Meine Mutter und Schwester waren mittlerweile gegangen und Adam war immernoch bei Snow.
Ich lag in dem abgedunkelten Raum und war hellwach.
Mittlerweile war es etwa 7 Uhr morgens. Mein Handy vibrierte. Adam schickte mir Bilder von Snow.
Heute noch scrolle ich an diesen Bildern schnell vorbei wenn ich sie auf meinem Handy sehe.
Sie tat mir einfach so leid.
Mein Baby mit tausend Schläuchen um sie rum. Einen großen Schlauch der auf der Nase saß, einen kleinen der in den Mund führte (Magensonde), ein Pflaster in herzform auf ihrer kleinen Wange, kleine Spuckbläschen neben dem Mund.
Es war herzzerreißend. 
Ich fing an zu weinen.
Ich vermisste sie unendlich.
Ich wollte nicht das sie da so liegen musste....
Hier beende ich jetzt den Geburtsbericht und führe die Geschichte und die Erfahrungen die wir danach im Krankenhaus gemacht haben an anderer Stelle fort.
Wann ich Snow dann sehen durfte, unsere Stillgeschichte und soweiter.
So kam jedenfalls die Liebe meines Lebens zur Welt. Danke fürs Lesen

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Anja S. (Donnerstag, 20 Juli 2017 14:12)

    Toller Beitrag und ich weiß genau wie es Dir ging und das trotz geplatzter Fruchtblase und eiliger Fahrt ins Krankenhaus. Auch ich hatte unerträglich heftige Wehen und auch bei mir lief die PDA schief und wirkte nur auf der einen Seite. Ich habe mich auch von dem Traum der Wassergeburt verabschiedet und lag auf dem Rücken und hatte am Ende keine Kraft mehr. Da die Herztöne meiner Tochter schwächer wurden, wurde sie mit einer Zange geholt und mußte auch auf die Intensivstation. Ich glaube ich setze hier meine Geschichte auch mal rein.
    Liebe Grüße
    Anja

  • #2

    Patrick von famybox.de (Mittwoch, 30 August 2017 07:15)

    Wenn ich mir deinen Beitrag durchlese, fühle ich mich komplett in unsere Geburt zurück erinnert. Natürlich haben Frauen immer eine andere Belastung als Männer - ganz ohne Frage. Bei uns Männern ist es ein komplett anderes Gefühl, da wir unseren Frauen natürlich helfen möchten. Und hier die Problematik: wir können es nur minimal...mit netten Worten und Unterstützung. Schön, wenn eine Geburt mit so einem Wunder endet. Dann hat sich alles gelohnt. Und Snow sieht auch klasse aus :-) Besonders das Foto bei der sie die Arme ausstreckt :-D I love it. Schau' doch mal bei unseren <a href="https://famybox.de/babyparty-geschenke/">Beitrag zur Babyparty</a> rein. LG Patrick von famybox