Geburtsbericht der lieben Frauke @frauke.dietz

Am Samstag, 02.08.14 um 9.50 Uhr ist unser kleiner Leo zu uns gekommen. Mit 53 cm, 3750 g und 36,5 cm Kopfumfang ganz ordentliche Maße für ET-14 

Beim Gang auf die Toilette nachts um 3.40 hatte ich einen Blasenriss und während ich kurz überlegt habe, ob es wirklich Fruchtwasser ist, gingen auch schon Wehen im Abstand von 1min los. Also die Mama angerufen, dass sie für die Große kommt, den Mann geweckt und währenddessen im Vierfüßler im Bad rumgekrabbelt 

Mein Mann hat dann den Krankenwagen gerufen, mit den Wehen hätte ich nicht im Auto sitzen können. Unsere Hannah (2,5 Jahre) wurde dann auch wach und ist neben mir im Bad rumgekrabbelt und hat dauernd gefragt "Ist die Mama traurig?" Hätte ich nicht so tierische Schmerzen gehabt, wäre es echt zum Lachen gewesen.

Ich muss für die ankommenden Sanitäter auch ein herrliches Bild abgegeben haben: auf allen vieren mit durchnässtem Schlafanzug auf dem Badezimmerboden und um mich herumwuselnd ein Kleinkind :-)

Als der KW endlich da war haben die mich auf einen Rollstuhl gesetzt und festgeschnallt, aber nicht mit mir: ruckzuck wieder abgeschnallt und zum Wagen gelaufen, sitzen ging halt echt nicht   die beiden jungen Männer waren leicht irritiert...

Die Fahrt auf der Liege war die Hölle und ich war so erleichtert als wir gegen 4.15 endlich im Kreißsaal waren. Da meine erste Geburt ja auch schon aus 8 Stunden Wehen ohne Pause bestand und mit der Saugglocke endete, fragte ich direkt nach der PDA, aber Hebamme Ilona meinte: nix da, es ist alles schon auf, sie bekommen gleich ihr Kind! Oh no, das hab ich dich schon mal gehört, und dann kam alles anders. Aber okay, dein Wort in Gottes Ohr, das schaffe ich, los geht's...

Aber es sollte wieder anders kommen...

Ich veratmete ein paar Wehen, damit der kleine Kerl noch nach unten rutscht und dann war Schichtwechsel. Hebamme Irina und Schülerin Lena waren ab jetzt an meiner Seite und die waren zum knutschen.

Dann kamen auch schon die Presswehen und wir fingen an zu arbeiten, aber der kleine Mann wollte einfach nicht zum Ausgang. Nichts half, Wehenhemmer: keine Veränderung, Wehentropf: keine Veränderung   und immer wieder pressen, ich war fertig mit der Welt.

Irgendwann gegen 9.00 Uhr wurde dann die Oberärztin geholt, Irina hoffte dass wir wenigstens weit genug unten für die Saugglocke wären. Also noch mal pressen inklusive Untersuchung und dann das Urteil der Ärztin: der Kopf ist zu groß, das Becken zu klein, wir müssen ihn per Kaiserschnitt holen!!!

Waaaas, alles umsonst? Aber gut, ich kann nicht mehr, mir ist alles egal, macht das die Wehen aufhören und holt ihn endlich raus. Aber auch das war leichter gesagt als getan. Die wehenhemmer wirkten nicht und so hatte ich noch im OP bis die spinale endlich im Rücken war, ständig heftige wehen. 

Der Rest ging schnell, ich bekam den kleinen Leo direkt zu mir, durfte kurz kuscheln und knutschen und dann ist er mit Papa und Hebamme in dem Kreißsaal während ich genäht wurde. Mit dem Wiegen und messen haben sie auf mich gewartet.

Beim Kaiserschnitt hat sich auch herausgestellt, dass der Versuch mit der Saugglocke, den wir zum Glück nicht unternommen haben, böse ausgegangen wäre. Leo hatte die Nabelschnur 2 mal um den Hals und könnte deshalb nicht tiefer Rutschen.

Jetzt sind wir glücklich zu viert, die große Schwester ist mächtig stolz!

Alles Liebe,
Frauke

mit Hannah (17.02.12) und Leo (02.08.14)

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Kommentare: 1
  • #1

    Charlotte (Freitag, 12 Mai 2017 16:49)

    Super schöner Bericht. Ich liebe es deine Kolumne Freitag morgens zum Kaffee zu lesen. Danke