Geburtsbericht der lieben Julia @julzindahouse

Hallo...
vorneweg: meine große Tochter Frida (9) war eine geplante Sectio. Sie hat sich nicht gedreht und ich hab mich nicht nach einer Kind-kommt-mitm-Bobbes-zuerst-auf-die-Welt-Geburt gefühlt.
Kurz gesagt, der Termin wurde auf 10 Tage vor ET gelegt und an einem schönen Montag im Oktober 2007 wurde Frida per KS geboren. Es war ein tolles Erlebnis, im OP wurde viel gelacht, plötzlich der Schrei, ach ja, deshalb sind wir ja hier und da war sie😍.
Nach 8 Jahren und dem 2. Mann war ich wieder schwanger. Geplant, überglücklich und topfit.
Der Kindsvater war von Beginn der Schwangerschaft unter der Woche berufsbedingt 400 km von zuhause entfernt und nur an den Wochenenden zuhause.
So stand für mich von Anfang an fest, dass das 2. Kind auch per geplantem Kaiserschnitt auf die Welt kommen soll. So konnte ich sicher sein, dass ich bei der Geburt nicht allein bin, denn was, wenn die Wehen einsetzen und mein Mann noch 400 km zurücklegen muss.
Unser Sohn wuchs, gedieh prächtig, strampelte ununterbrochen, lag ab der 30. Woche brav mit dem Köpfchen tief im Becken. Oft dachte ich darüber nach, wie schön es eigentlich wäre, spontan zu entbinden. Aber nicht allein, ohne Mann! Gedanke wieder verworfen.
Der Termin wurde 10 Tage vor ET auf Rosenmontag gelegt. Ein Faschingsbaby! Das passt zu uns.
Wir steckten alle mitten im Faschingstreiben: die Große tanzt in der Garde, der Papa im Männerballett und ich nahm an jeder Sitzung und Party des Vereins teil, half hinter der Bühne, schminkte die Gardemädchen.
So auch am Faschingssamstag. Bis nachts um 2.00 Uhr stand ich höchstschwanger, kostümiert als Aerobicschnittchen auf der Tanzfläche, verliebt, voller Vorfreude auf den übernächsten Tag.
Um 2.00 Uhr wusste ich, dass es reicht. Müde, Bauchziehen, platte Füße.
Also ab ins Bett, ich musste am Sonntag ja auch noch einiges erledigen: Tasche packen, Wäsche waschen und und und.
Faschingssonntag, morgens um 9.00 Uhr huschte ich vom Bett auf Toilette. Auf dem Weg dorthin schwappte es in meine Unterhose. Am letzten Tag der Schwangerschaft also inkontinent, na bravo! Ui etwas Blut dabei, komisch. Müssen wir uns sorgen? Besser mal ins Krankenhaus und nachfragen. Aber erstmal langsam wach werden, baden und quatschen.
Um 12 Uhr waren wir im Krankenhaus. Wehen hatte ich wie die letzten 4 Wochen, also völlig erträglich.
Kurzer Blick und Test der Hebamme: das war Fruchtwasser! Der Muttermund ist schon 1 cm geöffnet....

Ok, jetzt spontan. Kann ich!
Aber erstmal CTG. Hier und da mal eine Wehe, alles bestens.
Da ich ja der geplante KS vom nächsten Tag war, hatte ich mich natürlich nicht zur Geburt im Kreißsaal angemeldet. Das musste also auch noch erledigt werden.
Dann warteten wir knapp 1h auf die Ärztin, die einen Ultraschall machte. Auch hier alles bestens.
Und wieder ans CTG, stehend. Das behagte mir gar nicht und mein Gefühl sollte mich nicht täuschen. Um kurz vor 14 Uhr erfasste mich eine unglaubliche Übelkeit. Mein Mann lief los, um die Hebamme zu suchen, die sich um zwei Gebärende kümmerte, die seit morgens schon wehend im Kreißsaal lagen. Und ich atmete den Brechreiz gekonnt weg. Und da rollte die erste unerträgliche Wehe an. Das war also der Schmerz, den keiner so richtig beschreiben kann? Und ich kann es auch nicht mehr.
Die Hebamme schlug vor, dass wir schon mal unser Zimmer beziehen und noch ein bisschen über die Flure laufen sollten. Ich schüttelte entrüstet den Kopf: Ich laufe nur noch in den Kreißsaal!
Und da kamen wir dann auch hin, die Hebamme sichtlich genervt, schließlich war ich Erstgebärende, Kaiserschnitt zählt nämlich nicht, und das dauert ja meistens ein paar Stündchen.
Mittlerweile waren die Wehen wirklich unerträglich. Jetzt schon? Es ging doch gerade erst los. Ich Weichei.
PDA! Was ist eigentlich mit einer PDA?
Zu früh, der Muttermund muss mehr geöffnet sein?
Also weitermachen.
15.45 Uhr: PDAhhhhhhhhhh!
Na dann schauen wir mal!
Ohhhhh, zu spät. Muttermund komplett geöffnet, dann pressen sie mal! Das war mir nicht geheuer! Pressen bedeutet mehr Schmerzen. Also erstmal leicht anfangen.
Vor der 7. Presswehe nahm die Sauerstoffsättigung des Babys ab, ich musste nun mal Gas geben.
Presseeeeeeeeeeeeeen... Kopf
Presseeeeeeeeeeeen....

 16.26 Uhr: Hallo Charlie 😍

P.S.: die anderen 2 Gebärenden hab ich übrigens lässig abgehängt, die haben 4 h nach mir entbunden.

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Kommentare: 2
  • #1

    Kathi (Freitag, 31 März 2017 09:49)

    Ein sehr schöner Bericht! Ich hatte auch als erste Geburt eine sectio und würde mir sehr für die zweite eine normale wünschen. Dein Bericht ermutigt ja dazu. Danke dafür!

  • #2

    Dorle (Freitag, 31 März 2017 11:32)

    Danke für den Bericht! Diese Hebammen die trotz ihrer ganzen Erfahrung immer glauben.dass erstgebärende soooo lang brauchen, war bei mir auch, wurde schief angeschaut, weil.ich schon ordentlich geatmet habe... Dann ups doch schon bei 7cm, ab in den.kreißsaal...4 Stunden im KH, Kind war da... Ärgerlich wenn man nicht für voll genommen wird und vor allem selber denkt, waaas das hier soll.noch nichts sein ;) Grüße...