"Massa, du bist mein Lieblings Blogger."

Es gibt Themen, da lässt man als Blogger lieber die Finger von. Denn es führt immer nur zum Disput. Immer wieder zerfleischen sich Mütter im Internet gegenseitig, wenn ihre Eignung als Mutter hinterfragt wird. Vollkommen verständlich. Was es aber auch bringt sind Zahlen. Doch darum geht es mir nicht. Ich lege daher zunächst meine persönliche Meinung zum Thema „Kinderfotos im Netz“ dar. Die ist nämlich ganz einfach: Soll doch bitte jeder das machen, was er will, schließlich muss er es, für sich, auch verantworten.

Am Anfang habe ich mir dazu gar keine Gedanken gemacht. Ich teilte auf meinem Instagram Account einfach alles. Doch so, wie auch im echten Leben, ist mein Insta-Dasein einem steten Wandel unterzogen. Man wächst, versteht mehr, bekommt mehr mit und zieht seine Konsequenzen daraus. Ich habe tatsächlich viele Leser, die schon von Anfang an mit dabei sind, auf meinem Weg. Und ich glaube die würden uns als Familie auch wiedererkennen.  Das finde ich gar nicht schlimm. Auch das mein Gesicht immer mal wieder irgendwo auftaucht. Aber meine Kinder möchte ich nicht mit Gesicht auf Instagram sehen. Ich will sie nicht bewertet, kommentiert wissen. Gerade mit der Hinsicht auf Kooperationen ist das nicht immer einfach. Es kommt vor, dass ich von Firmen genaue Ansagen bekomme. Zuletzt: „ wir hätten dann gerne ein Bild mit dem schlafenden Kind und gut sichtbarem Gesichtchen.“ Ja, ich verdiene mein Geld mit dem Blog. Ja, ich mache Werbung, die ich vertreten kann. Aber nein, nicht mit meinen Kindern auf meinem Insta, egal wie gut das Produkt ist. Und auch das muss jede Mutter für sich entscheiden. Mein Weg ist nicht der allgemein richtige. Sondern der richtige für uns beide, als Eltern. Die Absprache mit meinem Mann war: man soll die Kinder nicht erkennen. Und ein Jahr lang bin ich so auch gut gefahren. Aber es sind nicht nur die Fotos, die mich nachdenklich machen. Oft sind meine Texte es, die meine Kinder bloßstellen. Ich weiß das sehr gut. Warum mache ich das dann? Na, weil es mir genau darum geht. Meinen Alltag zeigen, ungeschönt. Ich bin kein Whiteliving Profil. Ich bin ungestellt und nichts ist gescripted. Dafür liebt ihr mich. Aber irgendwie muss ich, für mich, den Spagat zwischen Authentizität und Datenschutz schaffen. Daher bin ich momentan wieder soweit, dass ich mich nicht regelmäßig zeige. Unsere Gesichter weglasse. Nicht krankhaft paranoid. Aber auch nicht nachlässig fahrig. Meiner Erfahrung nach, habe ich auf Instagram andere Leser, als auf dem Blog. Natürlich gibt es da eine Schnittmenge. Aber auf dem Blog zeige ich gerne ab und an die Kids, zensiert. Auf Instagram geht es um Likes und Follower. Ein offen zur Schau getragener Wettkampf, den ich nicht auf Kosten meiner Kinder bestreiten will. Der Punkt ist einfach: ich will nicht in Versuchung kommen immer süßere Bilder hochzuladen, um noch mehr Likes zu ergattern. Ich glaube, ich wäre da anfällig für und würde schnell mitmachen beim Wettkampf der hübschesten Kiddis. Denn sie sind beide zauberhaft.

Meistens steckt das Herzchen eh in meinen Texten und nicht in dem fotografierten Blumentopf. Ich bin ein Schreiberling. Mit Herz und Seele, der spitz bekommen hat, dass er von zu Hause aus, mit seinem Hobby, Geld verdienen kann. So viel, dass ich ohne mein Elterngeld rumkomme. Aber ich mag nicht reich werden. Daher fällt es mir so leicht, auch mal nein zu sagen. Ich muss eben nicht jeden Job machen. Und als Langzeit-stillmuddi euch die neuste Kinderflasche von „Dreh und Schüttel“ anpreisen. Nicht jeden Buggy, der mir angeboten wird testen. Sondern ich bin in der glücklichen Lage, darauf zu warten, dass das richtige Angebot kommt. Nämlich, um beim Beispiel des Strollers zu bleiben, einer den ich mir selber kaufen würde. Und wenn es nicht kommt dann kaufe ich ihn halt selbst. Es ist eigentlich ganz einfach. Bleib Dir selber treu, dann verkaufst du am besten. Ich habe keine Werbeverträge, wegen denen ich Zahlen bringen müsste. Keinen YouTube Kanal, der sich durch Views finanziert. Ich kann veröffentlichen was ich will. Schreiben was ich will. Und frei Schnauzte rumpöbeln, wenn mir danach ist. Ich darf ich sein.

Und wenn es euch nicht gefällt, dann kommentiert ihr halt nicht. Das ändert nichts. Was ich damit sagen will? Ich blogge aus einer privilegierten Position heraus. Denkt daran, wenn ihr mich für meine Echtheit lobt und mit anderen Bloggern vergleicht.

 

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Kommentare: 14
  • #1

    MamaVonLuna (Donnerstag, 30 März 2017 20:29)

    Ich bin nicht zum schleimen hier. Und auch nicht zum pöbeln. Weder gegen dich noch gegen andere. Trotzdem, ich ziehe vor dir den Hut. Ich bin eher so ein "Ja ok los geht's - ach nee, lieber doch nicht Kandidat". Habe ein Kind weniger als du und bekomme es trotzdem nicht hin, zeitlich aufzuwenden, was du aufwendest. Würde auf der einen Seite gerne einen Blog starten wenn ich gerade was zu sagen habe und habe dann Zweifel ob das so bleibt. Deshalb.. egal wie dus machst und auch wenn du den Schlangenweg wählst.. Mega Respekt davor, dass dus überhaupt erst durchziehst, Baby. Dazu gehören schon einige Eier. Und so wie dus machst, wirds schon passen ;) Hauptsache, es passt für dich!

  • #2

    leas_mama_30 (Freitag, 31 März 2017 20:38)

    Du machst es gebaut richtig�. Ich bin von Anfang an dabei und ich mag deinen Blog und auch deinen Instagramaccount sehr. Aber noch viel mehr interessiert mich der Mensch hinter dem Blog und dem Account. Bleib genauso wie du bist!
    Ich hoffe sehr das wir uns irgendwann mal treffen.
    Ganz liebe Grüße

  • #3

    Kevin (Sonntag, 02 April 2017 13:07)

    Toll, toll, toll. Zwar verdiene ich noch kein Geld, aber du schreibst mir trotzdem aus der Seele ��✌

  • #4

    bummelliese (Sonntag, 02 April 2017 13:40)

    sehr guter text und ich muss sagen genau so kommst du auch auf instagram rüber. wenn du was bewirbst, habe ich das gefühl dass es ehrlich ist, dass du dich über das produkt freust und es ehrlich empfiehlst. das mag ich an dir! wobei ich auch andere nicht verteufle die es vielleicht anders machen, die eben vielleicht den vierten buggy testen. ich bin nicht in deren schuhen und weiß nicht wie ich es machen würde, deswegen urteile ich nicht. und ebenso ist es mit den kindern im netz, sowohl in wort als auch in bild. jeder wie es für ihn vertretbar ist. ich persönlich zeige die mädchen, das weißt du ja. ich kann auch mit kritik dagegen leben.

  • #5

    Christin (Sonntag, 02 April 2017 13:40)

    "Ich darf ich sein." - Genau so ist es. Danke dir für deinen Text. Solche Gedanken treiben mich auch gerade um und habe ebenfalls kein Muss oder Soll hinter irgendetwas, was ich auf Instagram mache. Was ich aber besonders schön an deinen Worten und dir finde, ist die Art über andere nicht schlecht oder urteilend zu sprechen, sondern dein Ding zu machen ohne über Leichen zu gehen.

    Ich mag dich!

  • #6

    Herzmelodiee (Sonntag, 02 April 2017 14:23)

    Sehr guter Text aber deshalb bin ich eh bei dir wegen deinen immer wieder tollen Texten. Das du Geld mit irgendwelchen Kooperationen verdienst ist doch klasse für dich und vor allem der Familie denn es haben ja alle was davon.
    Ich liebe die Blogger die gerne ihre Erfahrungen teilen und auch mal helfen. Die sich treu bleiben , da gehörst du für mich dazu.
    Mach weiter so, teile deine Gedanken und bleib dir treu.
    Für mich genau der richtige Weg :)

  • #7

    Katja (Sonntag, 02 April 2017 15:04)

    Wie man mit Kooperationen Geld verdienen kann wird mir wohl ein ewiges Rätsel bleiben. � Ich verstehe das Prinzip nicht. Aber wer weiß, vielleicht will ja mal jemand irgendwann eine mit mir machen und erklärt es mir. �
    Ich mag dein Profil und deine Texte. Ich vertrau deiner Einschätzung und lasse mich gern von "Großen" Profilen inspirieren. Viele tolle Sachen hätte ich sonst niemals gefunden.
    Und ob man seine Kinder, die Katze oder den Lieblingskaktus zeigt soll schön jeder selbst entscheiden.

  • #8

    Chrissy (Sonntag, 02 April 2017 16:32)

    Ich mag deinen Blick auf die Dinge und finde auch die Unterscheidung zwischen Blog und Insta völlig nachvollziehbar.Ich freu mich über jede Geschichte von euch, brauche dazu aber nicht das Geschicht deiner Kids.genau so wenig, wie man es von der kleinen Pirtin findet, sie soll das irgendwann mal selbst entscheiden, wie sie sich der digitalen Welt präsentiert.Aber bei meinem Miniaccount handelt es sich natürlich um etwas völlig anderes als bei dir und ich finde es sehr stark, dass du auch im Großen dein Ding durchziehst.gerade weil mittlerweile auch Geld daran hängt.was meinen Beobachtungen alles andere als selbstverständlich ist! Ich sag einfach mal für deine Kinder Danke, dass du dir so viele Gedanken um sie machst.

  • #9

    fraeulein_i (Sonntag, 02 April 2017 16:53)

    Ich merke immer wieder wie blauäugig ich bin. Denn Schreiben ist mein Hobby nicht mehr und nicht weniger. Ich gehe zwar nicht gedankenlos an die Veröffentlichung unserer Texte und Bilder ran, jedoch wollen wir damit keinem Gefallen. Und auch wenn es immer total beeindruckend klingt mit Schreiben Geld verdienen zu können, tue ich das nicht und bin auch froh mich bis jetzt nicht all den Fragen stellen zu müssen, die du wahrscheinlich schon durch hast.
    Ich folge dir im übrigen auch eher wegen deinen Texten, Gedanken und weil ich mich in deiner verrückten Art oft selbst wieder finde. Nur stiller �
    So und ich hab das unterm Blog kommentiert, weil die Massa gesagt hat, das macht man so �
    Liebe Grüße von der anderen Irina

  • #10

    Saskia Pandaelfenhausen (Sonntag, 02 April 2017 17:12)

    Ich sag dir, ich mag, wie du es machst. Ab einer gewissen Größe ist es irgendwie auch verständlich, seine Kinder bloß ganz raus zu halten. Ich selber bin ja total klein und ich zeige auch das Gesicht meines Sohnes, musste mich aber auch deswegen schon anpöbeln lassen... ich bin auch immer wieder mal hin und her gerissen, aber derzeit sehe ich keine Notwendigkeit, ihn zu verstecken, mit knapp über 100 Followern ist alles ja noch sehr übersichtlich und alles, was mir komisch vor kommt, wird blockiert.
    Ich für meinen Teil folge dir tatsächlich, weil ich mag, wie du schreibst, die Gesichter deiner Kinder machen mich nicht neugierig...

  • #11

    Bella (keksfroeschle) (Montag, 03 April 2017 15:54)

    Gefällt mir sehr gut diese Einstellung. Ich bin da ziemlich ähnlich gestrickt. Ich habe Facebook exzessiv gelebt. Auch Instagram am Anfang. Dann hab ich die Dimensionen kapiert. Und die Perversitäten. Das allein ein Foto der nackten Füße meiner Tochter im Netz ausrichten können und was für kranke Gestalten sich dort tummeln. Neben vielen netten Normalos- die echt sind. Ich sage immer ich bin nicht die schönste Mama. Ich bin auch nicht die beste Mama (ja ok, bin ich wohl!!) aber ich bin echt. Und deshalb mag ich dich auch. Und weil du einen im Tee hast (voll gewertet✌�)

  • #12

    Tanjazzzzzz (Donnerstag, 27 April 2017 16:05)

    Und Du bist so genau richtig, und genau deswegen folge ich Dir und mag Dich�

  • #13

    Evi (Samstag, 17 Juni 2017 16:21)

    Tolle, klare Haltung und genau meine Meinung, super!

  • #14

    Bibidebrix (Mittwoch, 16 August 2017 11:02)

    Tja, liebe Massa, im Grunde sehe ich das so wie Du. Und das ohne das ich mein Geld mit Insta oder Bloggen verdiene. Ich glaube aber wenn ich es tun würde, würde ich es so handhaben wie du. Das sind Blogger oder auch Instamenschen die mir sympatisch sind und denen ich Folge. Allerdings wird es mir schwerfallen dich in Adiletten und mit Dosenbier zu übersehen, sollten wir uns mal ganz zufällig begegnen � Du bist ein Unikum und wenn du (wovon ich fest ausgehe) im real life auch das Herz auf der Zunge trägst, kann man dich nicht nicht erkennen �