Geburtsbericht der lieben Jen @jenmalei

Bo Xaver 27.09.2016 3630g 53cm  Pippa Lou 27.09.2016 3170g 50 cm     
Mein großer Wunsch war in Erfüllung gegangen als wir uns am Montag Morgen zum wiederholten Male Richtung Krankenhaus machten, es war trotz dessen dass es Ende September war angenehm warm und ich konnte noch Birkenstocks tragen. Alles andere wäre auch nicht mehr gegangen. Ich war in der 39. Schwangerschaftswoche mit meinen Zwillingen und ich wusste, dass wir jetzt nicht mehr ohne Babys nach Hause kommen würden. Wir richteten uns gemütlich im Kreißsaal ein. Wir wollten eine Einleitung versuchen, in der Hoffnung auf eine natürliche Geburt aber vor allem um meinen Babys, die bisher noch keine Anstalten machten sich auf natürlichem Wege auf den Weg zu machen ein Startsignal zu geben.Ich  wollte, dass sie Wehen spüren um bei einem eventuellen Kaiserschnitt (von dem mich nahezu jeder Arzt überzeugen wollte) nicht ganz so aus ihrer Welt "rausgerissen" werden. 
Das Wehengel welches direkt nach der ersten Untersuchung und Besprechung mit dem Arzt gelegt wurde schlug schlagartig an. So hatte ich direkt beim ersten CTG schon spürbare Wehen.  Wir wurden dann spazieren geschickt, das Zimmer beziehen und haben so den ganzen Vormittag mit regelmäßigen, gut spürbaren aber aushaltbaren Wehen verbracht.  Zwischendurch wurde dann immer wieder CTG geschrieben. Ich war wirklich überglücklich über jede Wehe und voller Hoffnung diese Babys auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen, hatte ich doch solche Angst vor einem erneuten Kaiserschnitt da der erste den ich hatte alles andere als schön war. Der Tag verging und nachmittags wurde nochmal eine Dosis Gel gelegt daraufhin hatte ich dann Wehen im 3 min Takt die ich veratmen musste.  Gegen Abend wurden die Abstände zwischen den Wehen dann wieder größer und die Wehen etwas schwächer. Ich sollte dann um 21 Uhr nochmal zum CTG, der Muttermund war mittlerweile bei 3 cm und die Ärzte entschieden sich gegen eine weitere Dosis Gel. Mein Mann wurde nach Hause geschickt und wir hatten die Hoffnung, dass die Wehen von allein nochmal stärker werden. Aber was passierte? Mein Mann war weg und somit auch jegliche Wehentätigkeit. Ich versuchte zu schlafen was mir kaum gelang. Ich hatte immer mal wieder Wehen aber ich spürte einfach, dass diese mich nicht voranbringen. Um 6 bin ich aufgestanden um mich nochmal in Ruhe zu duschen und stand um Punkt 7 im Kreißsaal auf der Matte. Wieder CTG. Die Linie war nahezu gerade. Es wurde nochmal ein Ultraschall gemacht und siehe da, meine Tochter die seit Wochen quer lag hatte sich unter den Wehen gedreht.Sie wusste also, dass es jetzt los geht. Als der Arzt dannzum Gespräch  kam, sah ich an seinem Gesicht schon was jetzt kommen würde.  Es war der leitende Oberarzt und er sagte mir, dass er mir nach dem sich jetzt nicht wirklich viel getan hat und es meistens einen Grund hat warum es zu einem Wehenstop kommt zu einem Kaiserschnitt raten würde. Er sagte es wäre jetzt, in aller Ruhe, geplant und ohne Stress für alle eine entspanntere Situation als wenn wir weiter einleiten und es dann zu Komplikationen kommen würde.  Da ich schon einen Notkaiserschnitt hatte willigte ich ein.  Ich war einerseits stolz alles getan zu haben aber andererseits auch unsagbar enttäuscht es nicht geschafft zu haben meine Babys natürlich auf die Welt zu bringen. Ich sagte meinem Mann, dass er sich beeilen soll und sich direkt auf den Weg machen soll. Die Hebammen und die Assistenzärztin kamen dann zu mir um mir zu sagen dass es die richtige Entscheidung ist und waren so unsagbar lieb. Natürlich flossen Tränen aber ich freute mich auch so unsagbar auf meine Babys. Als mein Mann kam war ich schon vorbereitet und es konnte losgehen. Der Anästhesist war  ein sehr sympathischer Spanier der mich mit den Worten ermunterte: " sie sind zwar überall sehr dick aber am Rücken nicht, das wird klappen" ich musste echt lachen.
In den OP der direkt neben dem Kreißsaal war  konnte noch selbst laufen. Das setzen der Spinalanästhesie war zwar schmerzhaft aber wirklich aushaltbar. Dadurch ,dass die Stimmung so entspannt war war ich einfach voller Aufregung und Glück und hab immer gefragt was sie denn gerade machen.  Und dann war es soweit. Der erste Schrei.Mein Bo. Mein Baby. Ich hab nur noch geweint.  Sie haben ihn uns ganz kurz gezeigt und dann schnell untersucht ich hörte nur: “wow sehr groß und sehr haarig” und dann war da schon der zweite Schrei, etwas spitzer und lauter: Mein Mädchen, meine Pippa. Gefühlt 10 Sekunden später hatte ich dann meine beiden Babys auf meiner Brust liegen. Sie waren die ganze Zeit bei mir und haben schon während ich noch versorgt wurde im OP an der Brust getrunken. Es war ein so unglaublich schöner Moment der nicht hätte perfekter sein können. Für mich war es keine Operation sondern eine Geburt.    

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Kommentare: 3
  • #1

    Jennifer Paradiesvogel (Freitag, 24 Februar 2017 11:12)

    So schööööön <3

  • #2

    Lia (Freitag, 24 Februar 2017 11:47)

    Dafür, dass es Zwillinge sind waren beide ja recht groß und schwer bei der Geburt. Kein Wunder, dass sie einleiten wollten bei der Dauer der Schwangerschaft. Bin selbst Zwilling und meine jüngeren Schwestern auch. Und wir waren alle leichter, kleiner und kamen früher. :-)
    Ich finde es schön, dass du es versucht hast. Wenigstens musste kein Notkaiserschnitt gemacht werden.

    LG

    Lia

  • #3

    Sanne (Sonntag, 26 Februar 2017 14:49)

    Schön dass du beim zweiten Mal wenigstens ein positives Geburtserlebnis hattest und alles so schön ablief. Ich und meine Jungs haben noch immer daran zu knabbern...
    Bezüglich des Gewichtes musste ich gerade nochmal staunen. Wie musst du dich nur gefühlt haben in den letzten Wochen �....