Kommando zurück

Da war er der Samstag. Der Erste Arbeitstag. Und ab Montag beginnt eigentlich die Eingewöhnung bei der Tagesmutter. Wir denken nämlich dass wir dann evtl. zum 1.März schon so weit sind, dass der Babymann alleine bleiben kann für eine Stunde. Dann kann ich nämlich mit der Großen in Ruhe zur Eingewöhnung in die KITA.

 

Hört sich nach dem perfekten Plan an, oder? Und ab April hoffte ich bereits 2 Vormittage unter der Woche arbeiten zu können. Der Weg dahin war nicht unkompliziert. Erst mal zum Jugendamt. Denn die organisieren die Tagespflege. Es folgten mehrere Beratungsgespräche und Termine zum Kennenlernen der Tagesmütter. Auswahl einer Betreuerin und Aushandeln des Vertrags. Dann ging es darum, 37287 Anträge auszufüllen. Auch mussten die Arbeitgeber ihr „ok“ geben. Einmal zum Nebenjob in der Elternzeit, denn ich will nicht direkt wieder zurück in die Klinik. Und natürlich auch die Bestätigung über den Neuen Job. Und als Krönung des Ganzen ist unsere Stadtverwaltung „dem Haus, das verrückte macht“ auch noch sehr ähnlich [Asterix und Obelix]

 

Long story short: Was ein Act.  Eine Tagesmutter zu bekommen ist ein riesen Aufwand. Ich will verdeutlichen, dass diese ganze Sache echt durchdacht war und lang überlegt. Und tatsächlich gut geklappt hat. Alle verschiedenen Institutionen waren nett und hilfreich. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: dass die endgültige Tagesmutter eine „bessere“ Mutti ist als ich. Es würde meinem Sohn da richtig gut gehen.

 

 

 

Und doch habe ich mich dagegen entschieden. In einer Hauruck-Aktion alles abgesagt. Und nachdem letzten Telefonat war ich wie befreit. Ein riesen Stein fiel von mir ab und ich musste erst mal durchschnaufen. „Was war das denn jetzt?“ – fragte ich mich.  Ich kann es nicht in Worte fassen. Vermutlich war es mein Bauchgefühl. Die Ratio war absolut überzeugt. So wie eigentlich jeder in meinem privaten Umfeld, auch ihr.

 

Tja und was ist nun? Ich widme mich meinen Kindern. Gebe Ida die Zeit, die sie für ihre Kita Eingewöhnung braucht. Und genieße die Zeit mit meinem Sohn. Denn bisher waren wir ja immer zu dritt oder viert. Und mich wundert, dass sein erstes Wort „Mama“ war und nicht „warte“. Ihr versteht?

 

Bis Oktober bleib ich mit ihm zu Hause. Wir suchen uns eine neue Krabbelgruppe und ich melde ihn zum Kinderturnen an. Wenn er dann im Herbst zwei Jahre alt wird und reif ist darf er zu seiner Schwester in die Kita. Und die Massa geht zurück in die Klinik.

 

Ja, vielleicht war ich feige. Ich hätte es zumindest ausprobieren können. Aber mein Bauch sagt nein. Und man kann sich nicht gegen seine Intuition stellen. Ich kann das nicht.

 

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Kommentare: 20
  • #1

    Puepeli (Dienstag, 14 Februar 2017 20:05)

    Ich finde du machst es genau richtig.

    Du vertraust dir und deinen Mutterinstinkten.

    So falsch kannst du also nicht mit deiner Entscheidung liegen.

    Liebe Grüße
    B

  • #2

    isa (Dienstag, 14 Februar 2017 20:05)

    Das klingt nach genau der richtigen Entscheidung. Herz und Bauch sind was Kinder angeht da genau richtig. Jetzt nochmal den Babymann genießen und dann ab Oktober wieder durchstarten!
    So mach ichs auch und bin happy damit.

  • #3

    funnyjulie (Dienstag, 14 Februar 2017 20:14)

    Es geht nichts über das Bauchgefühl! Manchmal Arsch über Kopp drauf hören. Das hilft. So habe ich mich damals für meinen heutigen Mann entscheiden und von null auf hundert alles richtig gemacht.
    Vertrau dir. Vertrau deinem Mama-Bauch. Das durchschnaufen zeigt einfach dass die Anspannung raus flüchtet ;-) gut so! Genieße die Zeit in vollen Zügen.

  • #4

    K. (Dienstag, 14 Februar 2017 20:20)

    Finde ich genau richtig, wie du dich entschieden hast. Diese Zeit kommt nie zurück und dein Kind wird es dir danken.
    Wir haben hier gerade eine ähnliche Situation und ich habe das Gefühl, ich stehe mit meinem Standpunkt alleine da. Auch ich möchte zwei Jahre zuhause bleiben und mein Kind erst dann in die Kita geben.
    Die spinnen doch alle �

  • #5

    Hanna (Dienstag, 14 Februar 2017 20:25)

    Genieße es. Diese Freiheit zu haben, für deine Kinder da zu sein. Ich hab das seit Dezember nima. Bin aus verschiedenen Gründen gezwungen, zumindest zwei Tage arbeiten zu gehn. Und mir fällts richtig schwer, mein einjähriges Mädchen "allein" zu lassen.

  • #6

    Pinkenene (Dienstag, 14 Februar 2017 20:38)

    Applaus, Applaus.
    Auf die Mütter, die "einfach" noch Mütter sind. Sein wollen, können, dürfen.
    Deine Kinder können sich unendlich glücklich schätzen.

  • #7

    Katharina (Dienstag, 14 Februar 2017 20:38)

    Find ich toll....

  • #8

    iso (Dienstag, 14 Februar 2017 20:43)

    Toller Beitrag. Hier geht es uns genauso...Allerdings war ich schon mitten in der Eingewöhnung bei der TaMu. Ich habe Nächte nicht geschlafen aus ohne ersichtlichen Grund, bis es mir wie Schuppen von Augen fiel...ich wollte das nicht. Ich werde noch den Rest meines Lebens arbeiten gehen, soviel steht fest ABER jetzt noch nicht. Mein Kumpel ist doch erst 18 Monate...wir genießen und bleiben noch etwas in unserer Blase. Weil ich das so möchte!

  • #9

    Kathy Anton_Emil_Liebe (Dienstag, 14 Februar 2017 20:45)

    Ach meine liebe, mir fällt beim lesen deines Artikels ein stein vom herzen�! ich habe die ganze zeit recht still mitgelesen, da dieses ein sehr persönliches thema ist wie ich finde! und ich freue mich für dich und bin stolz auf dich, dass du den mut hast auf deinen bauch zu hören! ich bin mir sicher, dass es die richtige entscheidung für euch war (auch wenn wir uns nicht kennen) hab ich einfach ein super gefühl! �❤

  • #10

    Anja (Dienstag, 14 Februar 2017 21:07)

    Glückwunsch zu deiner Entscheidung! Voll schön, dass du nach deinem Bauchgefühl entscheidest! Und so kommt der Kleine dann bald auch noch in den Genuss dich als Mama bissl für sich alleine zu haben, wenn die Große in der Kita ist. Genieß die Zeit bis Oktober!

  • #11

    Sabiralein (Dienstag, 14 Februar 2017 21:10)

    Wunderbar.
    Es geht nichts über das Bauch Gefühl.
    Ich bewundere Dich ♡

  • #12

    Antonia (Dienstag, 14 Februar 2017)

    Hut ab! Ich finde es toll, dass du deinem Bauchgefühl folgst und dass du dich so befreit gefühlt hast, zeigt ja, wie richtig diese Entscheidung für dich Bzw euch war! Für alles andere ist noch so, so viel Zeit. Und Daumen hoch, dass die ganze Familie dahinter steht! Alles gute und genieße diese Zeit <3

  • #13

    FrauD. (Dienstag, 14 Februar 2017 22:07)

    Diese Zeit, die du jetzt mit den beiden hast, kommt auf diese Weise nie nie wieder.
    Genieße sie in vollen Zügen!! �

  • #14

    Lisa (Dienstag, 14 Februar 2017 22:17)

    Ich lese schon eine gewisse Zeit deinen Blog, er ist so herrlich ehrlich. Hinter einem tollen Kind (oder Kindern), steht immer eine Mama die meint, alles komplett falsch zu machen.

  • #15

    winterknirpse (Dienstag, 14 Februar 2017 23:52)

    Liebe Irina,
    auf sein Mamherz hören kann nicht verkehrt sein. Und es hat dir sehr deutlich gezeigt, was Du möchtest. Manchmal ist man ganz durcheinander von den eigenen Wünschen und Vorstellungen und dann kommt noch das Umfeld dazu, dass natürlich auch eine Meinung hat. Schön, dass ihr euren Weg gefunden habt.
    Mein kleiner Mann ist jetzt 26 Monate alt und ich werde des Öfteren gefragt, warum er denn noch nicht in der Kita sei. Es ist heutzutage offenbar schwer "nur" Mama zu sein (dazu sei angemerkt, dass ich vor der Geburt meines Großen bereits über 15 Jahre voll berufstätig war).
    Es ist ganz einfach - wir haben alles gegeben um Leben zu schenken und diese zwei wundervollen kleinen Menschen bekommen. Ich habe sie unter meinem Herzen getragen, sie sind meine größte Herausforderung aber vor allem mein größtes Glück. Und ganz ehrlich, auch wenn es abgedroschen klingt, ich habe sie nicht bekommen um sie dann fremdbetreuen zu lassen.
    In die Einladung für Familie und Freunde zu den Geburstagen schreibe ich immer ein paar Zeilen über das vergangene Jahr bzw. die aktuellen Meilensteine. Der letzte Satz lautet: "Wir sind sehr glücklich, dass wir Dir noch ein weiteres Jahr bei uns zuhause Wärme und Geborgenheit schenken, auf Deine Bedürfnisse eingehen und Dich liebevoll auf Deinem Weg begleiten dürfen."
    Das sagt alles über meine Einstellung. Und ja es bedeutet auch, dass wir nicht 3x im Jahr in Urlaub fahren und auch sonst keine großen Sprünge machen können. Aber hey, erinnern sich meine Söhne an einen Urlaub mehr oder weniger oder an das Gefühl das sie hatten, wenn sie ihre kleinen Patschehände vertrauensvoll in meine legen konnten, ich präsent war und mit ihnen einfach das Leben genossen habe. Sie müssen noch ihr ganzes restliches Leben geschniegelt und gebügelt pünktlich irgendwo auf der Matte stehen, da reiße ich doch nicht meinen kleinen Fratz im tiefsten Winter aus dem Haus, packe ihn ein um dann zur Kita und im Anschluss zur Arbeit zu hetzen. Kommt Zeit, kommt Kita.
    Zeit ist kostbar. Wir alle haben 24 Stunden und wir entscheiden jeden Tag, wie wir sie mit Leben füllen. Ich wünsche euch ein Jahr das Einnerungen schafft und Zeit euch treiben zu lassen. In diesem Sinne - genieße den Sommer mit Ida und Vince.
    Herzliche Grüße aus LU

  • #16

    Bella (Mittwoch, 15 Februar 2017 02:28)

    Ich kann dich so verstehen. Meine kleine ist 2,5 Jahre die große 7. als meine kleine 10 Monate war bin ich wieder arbeiten gegangen - wegen der Trennung und somit finanziellen Engpass.sie kam mit 1 Jahr in die Kita. Das Pensum war für uns drei Mädchen enorm. Ende Dezember hat es mich gepackt und Diagnose vom Doktor:Überlastung
    Wenn ich überlastet bin, wie geht's meinen beiden Kindern!?!?
    Nach etlichen Gesprächen habe ich alles über den haufen geworfen und mein Engagement bei der Arbeit hat sich ausbezahlt. Gemeinsam mit meinen Chefs haben wir die Lösung gefunden und jetzt muss meine kleine nicht mehr mo-fr 7-15 Uhr in die Kita...jetzt geht sie nur noch die-fr 8-12 Uhr. Jetzt habe ich kein schlechtes Gewissen mehr, sie geht gern, aber WiR haben Zeit füreinander. Könnte ich, würde ich auch mit ihr komplett zuhause bleiben. Ich verstehe dich soooo sehr
    Ein tolles Mamaherz

  • #17

    Iris/irrei (Mittwoch, 15 Februar 2017 07:24)

    Ich hab dir ja voher auch gesagt, das du das tun sollst was du für richtig empfindest und das du es versuchen kannst und auch wieder abbrechen kannst, wenn du merkst es geht nicht....nun hast du voher schon gemerkt das es nicht geht. Ist doch total okay. Und du hast den Vorteil das du euch noch Zeit geben kannst. Zeit ist was total Wertvolles. Genießt jetzt die Zeit , Sie werden so schnell groß .... und immer schön aufs Bauchgefühl hören, damit ist man meist auf dem richtigen Weg.
    Gruß und Kuß Iris

  • #18

    Marina (Mittwoch, 15 Februar 2017 09:37)

    Alles richtig gemacht, wenn dein Herz dir das so sagt. Die erste Zeit mit den Kindern kann man nicht wiederholen. Alles Gute

  • #19

    Tanja (Mittwoch, 15 Februar 2017 13:24)

    Gut gemacht, fällt mir da am Schluss einfach nur dazu ein ☺!!!

  • #20

    Lina (Mittwoch, 15 Februar 2017 15:09)

    Um Himmels Willen....du hast sowas von recht! Ich bemühe mich gerade um einen neuen Job und um einen KiTa-Platz für meine dann 1-jährige. Aber was tue ich uns da an? Neuer Job in neuem Unternehmen ist anstrengend. Und meine kleine? Von 100% Mama im Tag plötzlich für 4 Wochen Papa und dann ganz andere Personen? Ich habe bei jeder abgeschickten Bewerbung auf dieses befriedigende Gefühl gewartet, einen Schritt nach vorn zu gehen. Aber das kommt nicht. Und jetzt weiß ich auch warum. Nur leider kann ich nicht einfach entscheiden noch ein Jahr Zuhause zu bleiben. Das schaffen wir finanziell nicht. Was tun nun mit diesen Erkenntnissen? :-(