Geburtsbericht der lieben Susann @momandprincess

Die größte Frage die ich mir die Schwangerschaft über gestellt habe und die Angst die ich hatte drehten sich um den Tag der Tage.
Mein Mann ist ein Monteur und ist weltweit unterwegs. Er ist also sehr sehr selten bei seiner Familie.
Dementsprechend geisterten mir die Gedanken durch den Kopf: "Was mache ich wenn es plötzlich los geht? Wer schaut nach meinem Großen? Muss ich dann allein in den Kreissaal? Wie organisiere ich alles?"
Das kann einem wirklich Angst machen, plötzlich allein dazustehen mit einem 4jährigen an der Hand, Wehen und keiner ist da. Meine Familie ist nicht in der Nähe.
Aber alle Gedanken halfen nix, musste ich mich mit meiner Colitis rumschlagen (chron. Entzündung des Darm)
Bis ich es zum Schluss fast nicht mehr aushalten konnte vor Schmerzen. Ich habe mich aber dennoch bis 40+4 geschlagen.
Es war der Zeitpunkt das mein Mann zuhause war, er kümmerte sich um den Großen und meine Mama kam zu mir um nochmal in der Klinik vorbeizuschauen was man wegen der Schmerzen machen kann, denn die Maus hatte keine Lust die Welt zu erblicken.
Am 16.03 also ging ich mit meiner Mama im Schlepptau in die Klinik zum Abklären, dort angekommen, wurde mir zur Einleitung geraten da das meine Beschwerden schnell lindern kann und da ich eh schon etwas über den ET war, gab es diesbzgl keine Bedenken.
Ich habe also einen Termin für den nächsten Morgen 8:00Uhr bekommen um die Geburt einleiten zu lassen.
Puh, also was soll ich sagen als ich zuhause war und nochmal alles gepackt habe und mit meinem Mann gesprochen das er beim Großen bleibt (damit es nicht zu Missverständnissen kommt, ihm hat die Geburt des Großen zu sehr zugesetzt und belastet, das ich ihm das nicht nochmal zumuten wollte), also an den Abend dann ging mir der "Arsch auf Grundeis". Man hat ja von Einleitungen so viel gelesen bzgl der Schmerzen oder das es dann doch ewig gedauert hat und sich sogar über Tage hingezogen hat.
Also war in dieser Nacht nicht an schlafen zu denken, aber das gute Zureden meines Mannes hat mich ein wenig beruhigt.

Am nächsten Morgen also pünktlich 8:00Uhr mit meiner Mama in der Klinik angekommen mussten wir bis 9:00Uhr warten. Dann gab es das obligatorisches CTG. Von Wehen nix zu sehen aber die Herztöne waren top. Also ging es nochmal zur Untersuchung des MuMu, dieser war Fingerdurchlässig und weich.
Die Ärztin hat dann 10:00Uhr die einfache Dosis Gel gelegt und das CTG wieder angelegt.
Es wurde gesagt wenn in 6Std nix passiert ist dann verdoppelt sie die Dosis.
Naja ich war die ganze Zeit am CTG und ein paar Wehen stellten sich ein aber eher nichts dramatisches. Wir durften dann bisschen essen und eine Runde im Park drehen.
Dann sind wir wieder nach oben und ab ans CTG. Auf der Entbindungsstation war außer mir meiner Mama, einer Hebamme und einer Ärztin niemand.
Dann war 14Uhr Hebammenwechsel.
Meine Wehen wurden recht plötzlich stärker und regelmäßig so im 4-5min Takt.
Also ab zur Untersuchung des MuMu, der war auf 4cm aufgegangen.
Bis zu diesem Zeitpunkt lag ich noch nicht direkt im Geburtszimmer aber nach der Untersuchung durfte ich dann dahin wechseln.
Und plötzlich ging wirklich alles ganz schnell. Die Hebammen hatten zwar vorher gesagt ich soll mich auf keine schnelle Geburt einstellen und das das Baby noch an dem Tag kommt.
15Uhr also ab auf das Kreisbett und nochmal die Untersuchung des MuMu 6cm.
15:30Uhr dann extrem starke Wehen, aber ich war so mit mir selbst beschäftigt das ich an Schmerzmittel oder PDA keinen Gedanken verschwendet hat. Die Fruchtblase platzte auch noch so nebenbei. Die Hebamme mal grad kurz aus und ich nur trocken: "Die Blase!" Die Hebamme irgendwie ihre Ohren überall stand in Sekundenschnelle am Bett und meinte das es ja jetzt ganz schön schnell geht.
Meine Mama war immer an meiner Seite, strahlte eine Ruhe aus, was mir sehr geholfen hat weil wirklich alles so schlag auf schlag ging. Die Hebamme auch sie war ein Engel, ruhig und besonnen. Immer einen flotten aber beruhigenden Spruch.
15:50Uhr kamen die Presswehen, ich hatte so ein Bedürfnis mit zu schieben aber die Ärztin flehte ich müsse diese Presswehen veratmen der Mumu ist erst bei 8cm, denn wenn ich jetzt presse würde der Muttermund reisen.
Ich musste 3 Presswehen veratmen. Das war wirklich das schlimmste. Aber dann nach den 3 Wehen gab die Ärztin die Freigabe zum pressen. Sie strahlte auch eine solche Ruhe aus. Irre.
Dann brauchte die Maus noch 4 Presswehen und da war sie da. 16:14Uhr war es vollbracht.
Dann klappte auch alles super. Die Nachgeburt ging in gleich ab.
Ich wurde dann in eine vorgewärmte Decke eingepackt mit der kleinen Maus.
Die Atmosphäre war der Wahnsinn, absolute Ruhe, keine Hektik, keine Musik oder ähnliches. Und gedämpftes Licht. Die Hebamme brachte zwei Gläser und einen Piccolo alkoholfreien Sekt und es wurde angestoßen. Wahnsinn.
Die Maus wurde dann vermessen und gewogen alles in Ruhe. Die Oma stolz wie Oskar durfte gleich das Baby baden und anziehen. Danach konnte ich duschen und hab mich so wohl gefühlt.

Ich glaube in einer großen Klinik bekommt man dieses familiäre Gefühl garnicht.
Diese kleine Klinik war ein Segen.

Als Fazit ist zu sagen, das eine Einleitung schon was anderes ist als eine spontan einsetzende Geburt.
Denn der Große kam spontan.
Für meinen Gesundheitszustand war es das beste, dann mir ging es auch sehr schnell wieder besser.

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Kommentare: 1
  • #1

    Mandy (Freitag, 27 Januar 2017 10:02)

    Schöner Geburtsbericht! Bei mir lief es ähnlich ab. Wir haben auch eingeleitet .. es passierte nichts, also legten wir uns nochmal hin un machten die Augen zu! Bei 8cm wurde ich dann wach :D

    Viel Glück und Zeit mit der Familie :)