Geburtsbericht der lieben Jenny @meckerboeckchen

Irgendwann nachts bin ich aufgewacht und hatte Bauchschmerzen. Nichts weltbewegendes. Ist wohl wieder die volle Blase. Das hatte ich die letzten Wochen auch immer. Immer bin ich einmal nachts gegen 3 Uhr aufgewacht und hatte eine schmerzende volle Blase. Ich habe aber keine Lust jetzt aufzustehen, also bleibe ich liegen und versuche nochmal weiter zu schlafen.

Irgendwann später werde ich wieder wach und mir kommt in den Sinn, dass es sich durchaus auch um Wehen handeln könnte. Aber ich denke nicht das die Geburt jetzt schon losgeht. Bei Pauls Geburt hatte ich auch ein paar Tage bevor es richtig losging Wehen die wieder aufgehört haben. Und wir haben ja auch noch 12 Tage Zeit bis zum ET. Also drehe ich mich wieder um und warte ab, regelmäßig sind die Wehen nicht.

Ich döse nochmal ein. Wieder werde ich von einem ziehen im Bauch geweckt und stelle fest, dass die Wehen jetzt regelmäßig sind und es nun doch durchaus möglich sein könnte, dass es heute losgeht. Die Kliniktasche ist aber noch nicht fertig gepackt, der MaxiCosi und das Krankenhausoutfit noch nicht gerichtet und die Beine könnten auch nochmal rasiert werden. Also rolle ich mich vorsichtig aus dem Bett ohne meine zwei Männer zu wecken und mache mich ans packen. Den in unserer Krabbelgruppe habe ich da einige Gruselgeschichten gehört über Klamotten die die Männer einem dann ins Krankenhaus bringen, falls es nicht wie geplant, mit der ambulanten Geburt klappen sollte.

Es ist jetzt kurz vor 5 Uhr. Ich beginne im Bad meine Kosmetik einzupacken. Hole das erste Outfit für unser zweites Wunschkind aus dem Schrank und lege es mit einer Decke in den MaxiCosi.

Dann gehe ich nochmal zu meinem Mann. Eigentlich müsste ich ihn jetzt wecken um ihn auf die Arbeit zu schicken. Ich stupse ihn an und erkläre ihm, dass ich jetzt duschen gehe und er heute wohl nicht zur Arbeit fährt, da ich regelmäßige Wehen habe. Er ist sofort wach. Dass kenne ich noch! Der arme Kerl. So habe ich ihn damals schon geweckt als ich den Schwangerschaftstest bei Paul gemacht habe.

Unter der Dusche fällt mir ein, dass ich ja mal schauen könnte wie groß die Abstände zwischen den Wehen sind. Circa 4 Minuten. Solang sollten wir vielleicht nicht mehr warten bis wir ins Krankenhaus fahren.

Nach dem duschen schicke ich meinen Mann duschen schließlich soll er sich ja auch gut fühlen und gut duften, wenn er unseren kleinen Schatz in Empfang nimmt. Paul schläft noch. Normal steht er 5 Minuten nach mir auf, egal wann ich aufstehe.

Paul ist wach, ich mache ihn fertig. Er muss mit ins Krankenhaus. Ich darf nicht vergessen meine Eltern anzurufen. Es ist jetzt gleich 6 Uhr. Martin schnappt sich nach dem duschen Paul und geht kurz mit dem Hund raus.

Ich nutze die Gelegenheit und rufe meine Mutter. Sie machen sich fertig und kommen ins Krankenhaus.

Martin holte mit Paul das Auto aus der Garage. Ich gehe schnell zum Bäcker und hole was zum Frühstück für die Männer. Hungrige Männer können fürchterlich sein. Dann gehst los ins Krankenhaus. Ich bin schon gespannt. Am Dienstag bei der Frauenärztin war Muttermund Fingerbreit geöffnet. Meine Ärztin hatte schon angekündigt, dass sie nicht denkt, dass wir uns in 14 Tagen wiedersehen, aber den Termin nächsten Dienstag würden wir bestimmt schaffen.

Vor dem Kreissaal müssen wir warten…. ist wohl viel los. Dazu muss man sagen, dass bei uns im Krankenhaus immer nur eine Hebamme im Kreissaal ist. Fantastisch. Irgendwann werden wir dann rein gelassen. Kurz nach 7 Uhr schließt die Hebamme mich dann am CTG an. Der Muttermund ist jetzt ca. 2 cm geöffnet. Meine Mutter muss um 16 Uhr arbeiten. Das könnte knapp werden. Bei Paul lag ich 30 Stunden in den Wehen. Wenn es wieder so lang dauert, muss eine andere Lösung her.

Ich beantworte ein paar WhatsApp Nachrichten. Surfe im Internet. Martin beschäftigt Paul.

Um 7:30 Uhr sind meine Eltern dann da. Martin schickt meine Mutter zu mir und bleibt erstmal mit Paul bei meinem Vater. Paul war noch nie wirklich ohne mich oder Martin. Ich bin gespannt ob alles klappen wird. Mein armes großes Baby! Ich wäre so gern bei ihm!

Nach einer halben Stunde am CTG kommt die Hebamme und sagt mir, dass das CTG gut aussieht und sie mich in 15 Minuten abnimmt und wir dann spazieren gehen können. Die Wehen kommen alle 3 Minuten und sind mittlerweile schon recht schmerzhaft. Ich muss mich bei jeder Wehe konzentrieren und sie veratmen.
Meine Mutter geht zu Paul und Martin kommt zu mir.

Kurz nach 8 Uhr werde ich dann vom CTG befreit und soll mich oben auf der Wochenbettstation melden. Dort soll dann ein nochmal Ultraschall gemacht werden um die kleine zu schätzen.

Die Ärztin schätzt die kleine Maus auf ca. 2700 g. Ist aber sehr schwer, da sie schon gut unten im Becken liegt. Dann wird nochmal nach dem Muttermund geschaut. 5 cm. Es geht voran. Die Wehen kommen jetzt auch alle 2 Minuten. Die Ärztin schlägt vor uns nach unten in den Kreissaal zu begleiten. Die Wehen werden immer heftiger. Mir schießt durch den Kopf, dass noch 5 cm fehlen und die Schmerzen jetzt schon kaum zu ertragen sind. Eigentlich wollte ich diese Geburt ohne Schmerzmittel schaffen. Aber wie soll ich das noch Stunden ertragen?

Vor dem Kreissaal müssen wir kurz warten, da alle Kreißsäle belegt sind und erst einer frei geräumt werden muss. Paul spürt das etwas anders ist, er möchte bei mir sein. Aber das geht nicht. Martin versucht ihn abzulenken mit meinem Papa. Meine Mutter wartet bei mir. Martin sagt sie soll mich erstmal begleiten bis Paul sich beruhigt hat. Nach 10 langen Minuten vom Ultraschall bis zum Kreissaal darf ich endlich rein. Ich kann kaum stehen oder sitzen.

Kaum liege ich auf dem Kreisbett möchte mich die Hebamme untersuchen. Es sind jetzt vielleicht 15 Minuten vergangen. Da war der Muttermund bei 5 cm.

10 cm sagt sie. Es geht los. Sie fängt an alles zu richten. 10 cm?! Wie geht das? Eben waren es doch noch 5 cm! Ich kann nicht mehr. Eine Wehe geht in die nächste über. Der Schmerz ist kaum zu ertragen. Martin ist noch bei Paul. Wenn ich jetzt meine Mutter wegschicke und sie Martin nicht findet bin ich allein. Also Plan B. Meine Mutter ist wohl bei der Geburt dabei.

Die Hebamme öffnet die Fruchtblase. Ich spüre das Fruchtwasser.

Bei der nächsten Wehe muss ich schreien. Es tut einfach so weh. Ich weiss, dass man keine PDA mehr bekommt, wenn der Muttermund weiter als 8 cm geöffnet ist. Was soll ich tun? Der Schmerz ist fürchterlich. Alles geht viel zu schnell. Bei Paul waren die Schmerzen auch stark, aber nicht so. Irgendwann wurde ich dann dazu überredet mir eine PDA setzen zu lassen, dass ich mich erholen kann. Die Geburt war chaotisch. Ich wollte dieses Mal eine ganz natürliche Geburt mit so wenig „Eingriffen“ wie möglich. Aber das es so schnell geht?! Bei Paul hatte ich geburtsvorbereitende Akupunktur und habe Himbeerblättertee getrunken. Das hat mir trotzdem nicht viel gebracht. Jetzt habe ich nix von dem getan.

Die Hebamme sagt mir, dass ich nicht schreien soll. Ich soll pressen. Ich soll die Luft anhalten. Aber wie soll ich dem Schmerz Luft machen? Ich versuche ihr zu erklären, dass ich nicht mehr kann, dass es so weh tut, dass ich schreien muss. Sie sagt mir: „Nein. Wir bringen jetzt zusammen die kleine Maus auf die Welt.“ Okay! Ich versuche es. Ich halte die Luft an und presse. Nochmal. Mich zerreißt es innerlich. Nochmal.

Und da ist sie. 9:08 Uhr. Unsere wundervolle Tochter Charlotta ist geboren. Sie ist wunderschön.
Meine Mutter hat die Nabelschnur durchtrennt, sie verdrückt ein paar Tränen neben mir.
Ich lege Charlotta gleich an die Brust an. Sie trinkt. Bei Paul konnte ich das nicht. Die Plazenta hat sich nicht gelöst. Also wurde eine Not-OP durchgeführt. Ich musste damals mein kleines Neugeborenes zurücklassen.

50 cm und 2740 g pures Glück liegt in meinen Armen. Sie ist so klein und zerbrechlich aber wunderschön! Mein kleines Äffchen!

Ich werde nochmal untersucht. Keine Geburtsverletzungen. Wahnsinn. Eine Traumgeburt.

30 Minuten später fragt mich die Ärztin ob mein Mann rein darf. Er würde vor dem Kreissaal stehen. Ja klar. Endlich ist er da und kann unser Wunder kennen lernen. Er ist ganz erstaunt, schließlich hat er mich vor ca. 45 Minuten in den Kreissaal gehen sehen und keiner hat damit gerechnet, dass es so schnell geht und die kleine Maus nur wenige Minuten später bereits das Licht der Welt erblickt.

Er ist verliebt. Ich sehe wie sie ihn sofort in ihren Bann gezogen hat. Ab jetzt bin ich nicht mehr die wichtigste Frau in seinem Leben. Aber damit kann ich leben.

Unsere Familie ist jetzt komplett. Alles ist perfekt. So wie wir es uns immer erträumt haben.

Jetzt muss nur noch Paul seine kleine Schwester kennen lernen. Da heute hier im Kreissaal alles drunter und drüber geht, können wir keine 2 Stunden im Kreissaal bleiben. Ich darf mit meiner kleinen Tochter in mein Krankenhausbett steigen und wir werden auf den Flur gebracht. Da ist Paul. Ich stecke die Arme nach meinem Sohn aus. Er kommt zu mir und Martin setzt ihn in mein Bett. Er schaut neugierig in das Handtuch in meinem Arm und erblickt das kleine Baby. Ich glaube er weiß, dass das seine Schwester ist und sie jetzt auch zu uns gehört.

Kommentar schreiben

Kommentare: 12
  • #1

    Natascha Reichert (Freitag, 28 Oktober 2016 22:43)

    Sooo schön,ich wünsche Euch alles Liebe und eine wunderbare Zeit zu viert

  • #2

    Clorinda Carberry (Dienstag, 07 Februar 2017 16:56)


    Hi there friends, good piece of writing and pleasant urging commented here, I am truly enjoying by these.

  • #3

    Brandi Kellog (Mittwoch, 08 Februar 2017 10:55)


    Appreciation to my father who stated to me about this web site, this website is genuinely awesome.

  • #4

    Wilber Ruhland (Mittwoch, 08 Februar 2017 17:47)


    Hey just wanted to give you a quick heads up. The words in your article seem to be running off the screen in Opera. I'm not sure if this is a formatting issue or something to do with browser compatibility but I thought I'd post to let you know. The style and design look great though! Hope you get the problem resolved soon. Many thanks

  • #5

    Lynsey Towry (Donnerstag, 09 Februar 2017 00:09)


    Heya i am for the first time here. I found this board and I find It really useful & it helped me out a lot. I'm hoping to provide one thing again and help others such as you aided me.

  • #6

    Evan Hafer (Donnerstag, 09 Februar 2017 03:38)


    Your way of explaining all in this paragraph is actually nice, every one can simply understand it, Thanks a lot.

  • #7

    Cornelia Porco (Donnerstag, 09 Februar 2017 10:41)


    It's remarkable to visit this web site and reading the views of all colleagues about this piece of writing, while I am also eager of getting know-how.

  • #8

    Charleen Stainbrook (Donnerstag, 09 Februar 2017 11:07)


    Does your site have a contact page? I'm having a tough time locating it but, I'd like to shoot you an e-mail. I've got some suggestions for your blog you might be interested in hearing. Either way, great website and I look forward to seeing it grow over time.

  • #9

    Elaina Schuch (Donnerstag, 09 Februar 2017 14:25)


    Good post. I learn something new and challenging on websites I stumbleupon on a daily basis. It's always helpful to read articles from other writers and practice something from other sites.

  • #10

    Audie Benham (Donnerstag, 09 Februar 2017 19:30)


    Thanks for a marvelous posting! I actually enjoyed reading it, you can be a great author. I will ensure that I bookmark your blog and will often come back later on. I want to encourage that you continue your great writing, have a nice evening!

  • #11

    Delinda Boren (Donnerstag, 09 Februar 2017 21:12)


    When someone writes an article he/she retains the thought of a user in his/her mind that how a user can understand it. Thus that's why this piece of writing is amazing. Thanks!

  • #12

    Fallon Alcina (Freitag, 10 Februar 2017 00:29)


    I was recommended this website by my cousin. I'm not sure whether this post is written by him as no one else know such detailed about my problem. You're amazing! Thanks!